
BODENHEIM – Ja – es wurde Zeit, den Fichtenweg endlich komplett zu sanieren! Eine Lochpiste gefüllt mit viel Regenwasser, abgesackte Randkanten, wuchernde Sträucher, usw. machten den Fichtenweg vor allem für die Anlieger unattraktiv und zu einem Dauerärgeris.
Wie kam es dazu? Thomas Becker-Theilig in seiner Rede bei der feierlichen Eröffnung des neuen Fichtenweges: „Es lohnt sich ein Blick in die Anfang 70er-jahre zu werfen. Im Fichtenweg und den benachbarten Straßen wurde eine Reihenhaus-Bebauung geplant, unter den Einheimischen heute noch bekannt unter dem Namen „die EiWo-Bau“-Häuser. Der heutige Fichtenweg als Zufahrtsstraße und als Zugang zu den Hauseingängen sollte es ursprünglich gar nicht geben. Als Zugangsstraße war eigentlich die rückseitige Thüringer Straße vorgesehen. Auch auf Wunsch der neuen Häusle-Bauer wurde kurzerhand die Andienungsstraße gespiegelt – auch zugunsten großer Gartenflächen und zugunsten südausgerichteter Terrassen. Dafür musste aus Kostengründen an der Ausbau-Qualität (sehr geringe Ausbauqualität, geringe Breite, kein Begegnungsverkehr) gespart werden. Aber immerhin es ging über 50 Jahre gut!“
Nun war es an der Zeit, dass der mittlerweile zu einer Lochpiste gewordene und in die Jahre gekommene Weg grundsaniert wird, war er wegen des sehr mäßigen Ausbaustandards schon lange als die Straße mit dem dringendsten Ausbaubedarf im Focus der Ortgemeinde. Aber wie das auch in einigen Straßen im Ort war, schoben sowohl Gemeinde und Anlieger einen kostspieligen Ausbau lange vor sich her. Warum: ein Ausbau wäre vor allem die Straßen-Anlieger teuer zu stehen gekommen. Mit Rücksicht auf die Anlieger scheuten auch die Ratsmitglieder lange davor zurück, eine Entscheidung zu fällen. Dennoch erstellte der Gemeinderat eine Liste der zu sanierenden Straßen – um überhaupt einen Überblick zu bekommen. Die Sanierungswünsche der Anlieger ist das eine, eine Dringlichkeit festzustellen eine andere Seite.
Inzwischen hat sich in Rheinland-Pfalz das Beitragsrecht dank der Landesregierung positiv geändert. Es zahlen nicht mehr die Anlieger alleine. Stattdessen werden die Jahresinvestivkosten des gemeindlichen Straßenausbaus auf alle innerörtlichen bebauten Grundstückseigentümer umgelegt. Die tatsächlichen Kosten des Ausbaus des Fichtenweges bestätigen unsere Kostenschätzung von knapp ca. 650 Tsd. €. Beim alten Beitragsrecht wären auf jedes Grundstück im Fichtenweg je nach Grundstücksgröße im Schnitt zwischen 10 bis 15 Tsd. € einmalig zugekommen. Nach dem neuen Beitragsrecht belastet die Fichtenweg-Maßnahme jedes bebaute Grundstück im Ort voraussichtlich in 2025 mit ca. 25 Cent. Heißt bei 300 qm Grundstücksgröße 75 € in 2025 für den Fichtenweg (erst müssen die in 2023 und 2024 noch frühere Straßenausbaumaßnahmen jahresbezogen abgerechnet werden). Laut Gesetz muss sich die Gemeinde beim früheren Beitragssystem sich mit 5% max. 10% beteiligen dürfen.
Thomas Becker-Theilig: „Positiv für alle Grundstücksbesitzer in Bodenheim hat der Gemeinderat hat mit der Einführung des neuen Beitragssystems entschieden: Generell bei allen Straßenbaumaßnahmen 35% Gemeindeanteil zu übernehmen. Dies ist der gesetzlich höchste Satz! Das gibt uns die Möglichkeit nun zeitnah die dringendsten Sanierungsfälle anzugehen!“ Für den Fichtenweg beginn Ende 2020 die Planung. Es fand eine Anwohnerversammlung statt. Berücksichtig wurden die Wünsche der Anlieger auf Erweiterung der beiden Querwege, Hervorhebung der beiden Zufahrtsbereiche, Aufpflasterung als Geschwindigkeitsbremse, Schaffung von drei Ausweichbuchten, Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich, Erhalt des Hochwasserschutzes am westlichen Ende, Erhalt der Bäume – alles Wünsche der Anlieger, die umgesetzt wurden. Begonnen wurde die Maßnahme am Rosenmontag 2023, beendet bereits nach 11 Kalenderwochen.
Und das sind die Fakten:
- Länge des Fichtenweges: 420 lfd. m
- 2.000 qm Asphalt wurden durch Betonpflaster ersetzt
- einheitliche Errichtung von 850 lfd. m Tiefbord
- optimale Abführung des Oberflächenwassers in den Fichtengraben (wasserwirtschaftlich und ökologisch sinnvoll)
- auch wenn das UGG-Ausführungsunternehmen mitten in der Maßnahme in die Knie ging, wurde alles für die Glasfasertechnik vorbereitet
- auch die Versorgungsleitungen (z.B. Wasser) wurden erneuert.
- Sturzsicherung an einer Ausweichbucht angebracht
- Neupflanzung von 11 Hochstamm-Gehölzen am Grabenprofil.
Wolf-Ingo Heers






















