
GONSENHEIM – In diesem Jahr hat die Kreativschmiede des Gonsenheimer Carneval Vereins (GCV) gemeinsam mit SWR1 Rheinland-Pfalz eine neuartige Sitzung aus der Taufe gehoben. Die Veranstaltung konnte sowohl live in der TGM-Halle Gonsenheim als auch im Livestream der Mediathek verfolgt werden. Bis Fastnacht sendet SWR1 Rheinland-Pfalz Ausschnitte der Veranstaltung im Radioprogramm.
Der Musikzug der Füsiliergarde Gonsenheim sorgte für eine grandiose Eröffnung.

Sitzungspräsident Sebastian Grom kündigte als ersten Programmpunkt der gesprochenen Fastnacht Christina Grom, die Chefin des Protokolls, an. Mit gezielten Spitzen gegen die Politik stellte sie fest, dass Papst Leo XIV. vier Wahlgänge zum Sieg benötigt hatte, während Friedrich Merz schon im zweiten Wahlgang zum Kanzler gewählt wurde. Auch Jens Spahn und den Maskendeal nahm die Protokollerin ins Visier: „Bei allem was Herr Spahn entscheidet, er wohl an ,Spahnvorstellung‘ leidet.“ Zum Lotteriespiel der Wehrpflicht fand Grom ebenfalls deutliche Worte. Zu guter Letzt nutzte sie die närrische Rostra für ein klares Statement beim Blick in Richtung AfD.
Thomas Becker entdeckte in der Rolle als Zeitgeist viele Veränderungen in unserer schnelllebigen Zeit. Trump möchte überall hin, wo es Eis gibt. Die Füsiliergarde hat sicherheitshalber den Eis-Mario umstellt. Zur Gefahr aus Russland beruhigte der Zeitgeist, dass Putin sich nie trauen würde, seine Panzer über die Schiersteiner Brücke fahren zu lassen.
Dem geschäftstüchtigen Tätowierer (Thorsten Schäfer) gelang es fast, Karlheinz (Thorsten Spengler) als Kunden zu gewinnen, da dieser damit seine Jugendliebe Petra (Peter Büttner) wiedergewinnen wollte. Da erschien plötzlich Petra und zeigte ihr Arschgeweih von damals. Körper verändern sich im Laufe der Zeit und das Geweih ist zu einem riesigen Schnorres gewachsen.
Influencerin Katharina Greule unterhält einen Internetkanal speziell für Single-Frauen und hat schon zahlreiche Follower. Im lebendigen Museum berichten Frauen aus drei Epochen über ihr Leben.
Zurück ins Mittelalter versetzte die Herpes House Band das Pubikum und brachte als „Mediküsse“ erstaunliche Heilungen zustande. Sie wusste auch schon damals, dass dieser „neumodische Kram“ von Gutenbergs Erfindung krank macht und in 500 Jahren niemand mehr interessiert.
Lars Reichow verteilte in seinem Fastnachtsjournal im Sekundentakt Rundumschläge gegen die Politik. Der Anchorman traf mit gezielten Spitzen von Kommunalpolitik bis hin zur Weltpolitik, oder auch von Finthern bis Trump.
Der Schwellkopp (Christian Schier) klagte dem Psychologen (Martin Heininger) sein Leid. Seine Frau wünschte sich zu Weihnachten eine Reise ins Land der Briefmarkenerfinder. Also buchte er zwei Wochen Porto. Gut gemeint, falsch gehandelt: Sie wollte nach Mauritius. Am Ende des Zwiegesprächs und Wünschen nach einer Zugabe bewies Schier, dass er es auch mit Schwellkopp schafft, den „Hähnchengrill von Drais“ zu tanzen und erntete Standing Ovations.

In der getanzten Fastnacht begeisterte das Ballett der Füsiliergarde mit einer meisterhaften Choreografie unter Leitung von Carolin Krawietz und Thurid Schäfer.
Laura Heinz sorgte mit „Mainzer Nächte“ für Stimmung und Oliver Mager brachte mit seinem Repertoire den Saal zum Beben. Nur ganz zufällig entdeckte Laura Müller ihr Gesangstalent, mit dem sie mittlerweile ganze Säle verzaubert.
Mit „Was babbelst du so schee“ errangen Dobbelbock beim SSC den zweiten Platz für Mombach und brillierten nun auch wieder auf der Gonsenheimer Bühne mit ihrem neuesten Fastnachtssong. Auch „Gläser hoch“ von „Voll auf die Elf“ hat Ohrwurmpotenzial.
Die Schnorreswackler gruben ihre Kostüme der Ehrengarde nach vielen Jahren wieder aus der Mottenkiste und boten eine grandiose Show.
Ergänzt wurden die musikalischen Beiträge von SWR-Moderatorin Steffi Stronczyk, die die Fastnachtssänger mit abweichenden Texten vom Original zur Hitparade begleitete – Nostalgie pur.
Die in allen Facetten gelungene Veranstaltung mündete in ein prächtiges Finale auf der vierfarbbunten Bühne. Für das Programm zeichneten sich Christian Schier und Thomas Becker verantwortlich und Regie führte Uli Hofmann.
Elke Fauck























