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Hüsch-Hommage eröffnet Kulturreihe im Caritas-Haus in Mombach Benefizlesungen >>>Sechs Veranstaltungen 2026 stärken die Arbeit des Caritas-Hauses St. Rochus

Elisabeth Verhoeven und Ernst Seitz bringen Hanns Dieter Hüsch dem Mombacher Publikum näher. Foto: Verhoeven

MOMBACH – Der erste Termin setzt den Ton für das Jahr: Am Donnerstag, 19. März, 19 Uhr, beginnt im Café Malete in Mainz-Mombach eine Benefiz-Lesereihe, die sich für 2026 vorgenommen hat, Kultur und soziale Arbeit zu verschränken, damit beides voneinander profitiert.

Der Auftakt ist als Hommage an „100 Jahre Hanns Dieter Hüsch“ angekündigt: Elisabeth Verhoeven, Rundfunksprecherin bei SWR und WDR, rezitiert aus biografischen, politischen und kabarettistischen Texten, und Ernst Seitz, Jazzpianist und Musikredakteur beim SWR, setzt am Piano jene musikalischen Akzente. Laut den Veranstaltern von der Initiative „Kultur schafft Gemeinschaft“ markiert der erste Termin den Start in die sechsteilige Reihe mit Lesung, Kabarett und Musik.

Hinter der Initiative stehen Annelen Scherer und Michael Heinz. Sie arbeiten dabei mit dem Caritas-Haus St. Rochus zusammen. Die Konstruktion ist schlicht und wirkungsvoll: Wer kommt, zahlt ein Spendenticket, und wer spendet, unterstützt nicht ein abstraktes Projekt, sondern die konkrete Arbeit vor Ort. Die Benefiz-Reihe soll die soziale Arbeit des Begegnungszentrums nicht nur mit guten Absichten, sondern auch materiell stützen.

Dass sich dieser Anspruch im Café Malete bündeln lässt, hat auch mit dem Ort selbst zu tun, der gerne eine Bühne – mit gemütlichen Sitzgelegenheiten davor – darstellt. Das Café liegt im Caritas-Zentrum an der Emrichruhstraße und formt das kulturelle Leben in Mombach seit Langem mit. Das Café ist allem voran ein schöner Platz für Begegnungen, Gespräche und Spiele, für gemeinsames Essen und jene kleinen, stabilisierenden Routinen, die im Alltag vieler Menschen mehr bedeuten als ein Programmpunkt im Kalender.

Schauspielerin und Kabarettistin Alice Hoffmann kommt im Mai nach Mombach mit dem Programm „Denk emol“.
Fotoquelle: Initiative „Kultur schafft Gemeinschaft“

Die Beobachtung anlässlich vergangener Veranstaltungen ähnlicher Art lässt den Schluss zu: Es ist nicht exklusiv, sondern durchlässig gedacht. Hier können das Stadtteilpublikum und Nutzerinnen und Nutzer des Rochus-Zentrums aufeinandertreffen. Gerade ältere Menschen, die das Zentrum besuchen oder dort wohnen, gelangen zudem barrierefrei an eine Kulturquelle.

Die Spenden der Benefiz-Reihe sollen die Arbeit stärken: Im Begegnungszentrum soll eine interkulturelle Frauengruppe aufgebaut werden, die Ausflüge, Kochaktionen und ein Frauenfrühstück verbindet, also Formate, die nicht pädagogisch daherkommen müssen, um Wirkung zu entfalten. Kreative Kunstaktionen sollen das Angebot ergänzen, und auch die nüchternen Notwendigkeiten fehlen nicht: Für das Café wird eine Kühltheke benötigt, weil sich soziale Arbeit, so freundlich sie wirken mag, am Ende oft an ganz praktischen Dingen entscheidet.

Das Jahresprogramm liest sich ausgesprochen gut: Nach dem Hüsch-Abend setzt die Reihe im Frühjahr fort, und am Mittwoch, 6. Mai, 19 Uhr, kommt die Schauspielerin und Kabarettistin Alice Hoffmann mit ihrem Programm „Denk emol“; sie belebt ihre Lesetexte mit bekannten Bühnenfiguren und nutzt den Ton der Komödiantin, um Beobachtungen so zuzuspitzen, dass sie beim Publikum zugleich ein Lachen und ein Wiedererkennen auslösen können. Am Donnerstag, 21. Mai, 19 Uhr, lädt der Fernsehmoderator und Rezitator Martin Seidler zu „Lieblingsgedichte“ ein, einem Abend, der Gedichte nicht als feierliche Vitrinenstücke behandelt, sondern als Texte, die klingen dürfen: Seidler liest eine Auswahl, Musik begleitet, und auch Gedichte von Besucherinnen und Besuchern sollen einbezogen werden, sofern sie vorab im Caritas-Haus eingereicht werden.

Der Herbst gehört dann stärker dem Lokalkolorit, ohne in Folklore zu kippen. Gunther Raupach, Fastnachter und Kabarettist, präsentiert am Mittwoch, 28. Oktober, 19 Uhr, „ebbes Gudes un vill Neues“ und verbindet Kabarett, Fastnacht und Comedy zu einer Mischung, die aus aktuellen, früheren und neuen Texten lebt und gerade dadurch den Eindruck vermeidet, als handele es sich um ein Programm von der Stange. Am Donnerstag, 12. November, 19 Uhr, führt Werner Köhler, ehemaliger Musikredakteur bei SWR 1 Rheinland-Pfalz, durch „Köhlers wunderbare Welt der Musik“, eine Folge von Erzählungen aus der Musikgeschichte, die mit Musik kombiniert werden; Köhler greift dabei Erfahrungen aus Begegnungen, Kontakten und Interviews mit Größen der deutschen und internationalen Musikszene auf und erzählt so, mit Humor und Hintergrundwissen, von einer Welt, die vielen vertraut ist und doch selten aus der Nähe beschrieben wird.

Zum Abschluss, am Donnerstag, 10. Dezember, 19 Uhr, steht eine Hommage an Marlene Hübel auf dem Programm. Ella Schwarzkopf, Mainzer Schauspielerin, würdigt die Stadtführerin und Autorin, die Mainzer Stadtgeschichte durch zahlreiche Publikationen lebendig machte und ein reiches literarisches Erbe hinterließ; Schwarzkopf liest Passagen aus Werken, Büchern und Texten, die Hübels Blick auf die Stadt tragen, und ergänzt die Lesung um Musik, sodass auch dieser Abend dem Prinzip folgt, das die Reihe zusammenhält: Kultur als gemeinsamer Raum, nicht als Veranstaltung, die man konsumiert und dann vergisst.

Spendentickets für alle Termine gibt es wahlweise für 12 Euro oder 20 Euro. Der Vorverkauf beginnt am 3. Februar und läuft jeweils dienstags und mittwochs von 14 bis 17 Uhr im Begegnungszentrum des Caritas-Hauses St. Rochus, Café Malete, Emrichruhstraße 33, Mombach.

red

 

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