
BODENHEIM Das Corona-Virus meinte es gut mit dem BCV: Im Gegensatz zu anderen Vereinen und Fastnachtsgruppen der Region konnte der Bodenheimer Carneval Verein sein 8 x 11-jähriges Jubiläum fristgerecht mit seiner Kostümsitzung ohne Auflagen feiern: in der Bodenheimer Sporthalle am Guckelsberg – übrigens zum letzten Mal, denn in der nächsten Kampagne geht’s in die neue Turnhalle „Im Bürgel“.
Und der BCV nutze seine Chance und präsentierte seinen Gästen ein Programm, das den Ausfall der beiden letzten Kampagnen schnell vergessen ließ: Mit einem bunten Mix aus pointierten Büttenreden, viel Kokolores, Musik, Tanz und Gesang. Unter dem Motto „8 x 11 Jahr Narrenschau, gejubelt wird beim BCV“ eröffnete die Bodenheimer Schoppengarde pünktlich um 17.11 Uhr gemeinsam mit dem Komitee und dem Sitzungspräsidenten Herrmann Schütt die fast 6-stündige abwechslungsreiche und kurzweilige Sitzung. Den Reigen der politischen Redner eröffnete traditionell Bernd Jungbluth, Protokoller des BCV mit seinem Themenkanon von Corona und Biontech bis zur aktuellen Situation in der Ukraine. An das Thema anknüpfend Rüdiger Schlesinger, nach längerer Zeit mal wieder als „Advokat des Volkes“ unterwegs, der sich aber vor allem an Friedrich Merz abarbeitete. Und der dritte politische Redner von Format, Bernhard Knab in seiner Paraderolle als „Deitscher Michel“, stellte dann das Versagen der Politik bei der Ahrflut ins Zentrum seines Vortrags.
Damit bei so viel tiefgründigen Vorträgen die pure Unterhaltung nicht zu kurz kommt, hat der Bodenheimer Carneval Verein im Fach Kokolores mit der Rednerauswahl nicht gekleckert: Beate Dietz, das Bodenheimer Urgestein der Fastnacht geizte ebenso wenig mit pointierten Aussagen wie Jürgen Leber als „Struwelpeter“ und Appolonia bei ihrem Versuch, einen gendergerechten Fastnachtsvortrag am Computer zu schreiben. Das es Gaby Elsner schließlich doch noch gelungen ist, wenn auch handschriftlich, bewies der langanhaltende Applaus im Saal.
Tolle Musikeinlagen von den Altrheinstromern, den Klinikathelten oder den Tugendbolde sowie die drei eigenen Tanzgruppen – hier besonders die „Specktorpedos“ hervorgehoben – rundeten ein gelungenes Sitzungsprogramm ab, bevor schließlich die „Eisbären“ von den Eiskalten Brüdern aus Gonenheim zum großen Finale baten.
Autor: Michael Türk