
MAINZ – Die Pfarrkirche St. Stephan in Mainz mit ihren weltbekannten Fenstern von Marc Chagall soll eine Dauerausstellung erhalten. Eine kompakte und anschauliche Präsentation soll künftig über die Geschichte der Kirche und ihre Kunstschätze informieren.
Die Stiftung St. Stephan Mainz hat dafür gemeinsam mit der Volksbank Darmstadt Mainz ein Crowdfundingprojekt gestartet. Unterstützt werden kann das Vorhaben online mit einem frei wählbaren Beitrag. Ziel der Kampagne ist es, insgesamt 50.000 Euro zu sammeln. Das Crowdfunding läuft bis Freitag, 30. Mai.
Geplant ist eine Dauerausstellung zur Geschichte der Kirche St. Stephan und zu ihren Kunstschätzen. Mit Informationstafeln, Leuchtstelen und einem Technikterminal soll ein Überblick über die Entwicklung der Kirche und ihre Bedeutung vermittelt werden. Das Konzept orientiert sich an der Präsentationsform des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz. Als Ort ist der bislang weitgehend ungenutzte Raum unter der Empore im Westchor vorgesehen.
Die Ausstellung soll Besucherinnen und Besuchern einen kompakten Zugang zur Geschichte von St. Stephan eröffnen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entstehung der Fenster von Marc Chagall und Charles Marq. Zugleich erschließt die Präsentation die biblische Botschaft der mittleren Fenster.
Die biblischen Botschaften der Fenster werden bereits durch einen Audioguide und verschiedene Publikationen erschlossen, die Ehrenamtliche am Schriftenstand anbieten. Zudem vermitteln einzelne Stellwände Informationen zur Geschichte und zu den Kunstwerken der Kirche. Ein umfassendes, niedrigschwelliges und kostenfreies Informationsangebot für Besucherinnen und Besucher fehlt jedoch bislang. Genau hier setzt das geplante Ausstellungsprojekt an.
Die Ausstellung richtet sich an Menschen, denen die Kirche St. Stephan und ihre Botschaft am Herzen liegen. Kirchen sind Orte des Gebets und des Gottesdienstes. St. Stephan besitzt darüber hinaus eine besondere kulturelle Bedeutung. Die Kirche ist nicht nur Pfarrkirche, sondern auch ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein Ziel für jährlich Zehntausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.
Zum Hintergrund:
Viele kommen nach Mainz, um die weltberühmten Fenster von Marc Chagall zu sehen und mehr über ihre Entstehung zu erfahren. Besonders interessiert die Frage, wie es dazu kam, dass ein jüdischer Künstler Glasfenster für eine katholische Kirche schuf.
Die Geschichte von St. Stephan reicht mehr als tausend Jahre zurück. Um das Jahr 990 gründete der Mainzer Erzbischof Willigis die Kirche. Im 13. und 14. Jahrhundert entstand anstelle der romanischen Basilika eine gotische Hallenkirche. Ihre bauliche Substanz prägt das Gebäude bis heute, ebenso wie der Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert.
Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben die Kirche dreimal. Besonders schwere Schäden verursachte das Bombardement von Mainz am 27. Februar 1945. Nach dem Angriff blieben nur die Außenmauern, die Säulen und wenige Gewölbereste erhalten. Der Turm überstand die Zerstörung nur knapp. 1959 wurde die Kirche nach dem Wiederaufbau neu geweiht. Bis heute sind jedoch Spuren der Kriegszerstörung sichtbar.
Eine neue künstlerische Prägung erhielt St. Stephan ab 1978 durch die Glasfenster von Marc Chagall und seinem Schüler Charles Marq. Ihr Einbau geht wesentlich auf die Initiative des damaligen Pfarrers Monsignore Klaus Mayer zurück.
Weitere wichtige Schritte folgten in den vergangenen Jahrzehnten. 2008 erhielt die Kirche ein neues Geläut. 2013 wurde eine neue Orgel der Firma Klais eingeweiht. In den Orgelpfeifen spiegeln sich die blauen Chagall-Fenster auf besondere Weise.
red
Spendenseite: https://viele-schaffen-mehr.de/projekte/dauerausstellung-st-stephan-mainz























