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Not soll am Schulzentrum in Mombach zur Tugend werden Stadt will den Spielplatz bis 2029 zum Schulhof deklarieren

Der Spielplatz an der Grünfläche Am Blauel/Am Lemmchen soll während der Unterrichtszeit als Schulhofersatz genutzt und in dieser Zeit für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MOMBACH – Die Stadt Mainz versucht am Schulzentrum in Mombach, aus einer akuten Notlage eine provisorische Lösung zu machen. In der kommenden Woche (25. März) berät der Stadtrat über den Vorschlag, die öffentliche Grünfläche an der Ecke Am Blauel/Am Lemmchen zeitweise als Schulhofersatz zu nutzen. Die zuständigen Ausschüsse zusammen mit dem Ortsbeirat von Mombach haben sich in einer gemeinsamen Sitzung bereits dafür ausgesprochen und eine Empfehlung abgegeben.

Hintergrund ist die seit Jahren angespannte Situation am Schulstandort. Am Lemmchen befinden sich Grundschule, Realschule plus und das aufwachsende Gymnasium Mainz-Mombach. Durch die Verzögerungen beim Bau des Gymnasiums durch einen inzwischen abgewiesenen Widerspruch verschärft sich der Platzmangel weiter.

Die Stadt will deshalb die benachbarte Grünfläche zeitweise für den Schulbetrieb sichern. Während der Unterrichtszeit würde das Gelände eingezäunt und damit auch der dortige öffentliche Spielplatz tagsüber wegfallen. Außerhalb der Schulzeiten soll die Fläche wieder zugänglich sein.

In der Sitzung machte Bildungsdezernentin Jana Schmöller deutlich, dass die Stadt die Lösung nicht aus Überzeugung, sondern aus Mangel an Alternativen verfolgt. Der zusätzliche Schulhof werde benötigt, weil die bisherigen Außenflächen durch die bauliche Entwicklung am Standort weiter schrumpften. Zugleich sagte sie zu, dass die Fläche, die laut dem Antrag mindestens bis Ende des Jahres 2029 benötigt wird, nicht versiegelt und nach Ende der Nutzung, wieder in einen aufgewerteten Zustand zurückgeführt werden solle.

Die Verzögerungen beim Neubau des Gymnasiums in Mombach verschärfen die Platzprobleme am Schulzentrum zusätzlich. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Aus dem Ortsbeirat von Mombach kam zwar die Zustimmung, aber keine Begeisterung. Ortsvorsteher Christian Kanka nannte die Vorlage notwendig, betonte jedoch, wie wichtig es für den Stadtteil sei, dass die Fläche außerhalb der Schulzeiten öffentlich nutzbar bleibe und später tatsächlich wieder als Grün- und Spielfläche zur Verfügung stehe.

Deutlich wurden in der Debatte auch die praktischen Probleme. Ralf Öser, Leiter der Grundschule, schilderte die Belastung aus Sicht des Schulalltags. Schon jetzt fehlten Bewegungsflächen, der Sportplatz sei weggefallen, auch die Hallensituation sei schwierig. Wenn nun auch der bisherige Schulhof weitgehend entfalle, müssten 260 Grundschulkinder in den Pausen zu einer ausgelagerten Fläche gebracht, dort beaufsichtigt und wieder zurückgeführt werden. Hinzu kämen Fragen der Toilettennutzung, der Mensaorganisation und der Sicherheit auf dem Gelände.

Auch der Leiter des Gymnasiums Mainz-Mombach, Ulf Neumann-Welkenbach, mahnte einen weitergehenden Blick an. Die Diskussion dürfe sich nicht auf eine Zwischenlösung für das Gymnasium verengen. Nötig sei eine belastbare Perspektive für alle drei Schulen am Standort. Er warnte davor, dass seit Jahren immer wieder das baulich Machbare einen Vorrang vor dem schulorganisatorisch und pädagogisch Sinnvollen bekomme.

Gregor Starosczyk-Gerlach