BRETZENHEIM – „Wir feiern Weihnachten seit Jahrhunderten – und doch ist es jedes Jahr etwas Neues“, betont Pfarrer Markus Kölzer. Mit seinem Pastoralteam betreut er die katholischen Kirchengemeinden in Bretzenheim, Zahlbach, Hartenberg-Münchfeld, Marienborn, Lerchenberg und Drais. Der Advent ist für ihn nicht nur eine Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest, sondern auch eine Gelegenheit, den Alltag zu unterbrechen. „Früher war die Adventszeit eine Fastenzeit, in der viele Menschen sich überlegten, wie es weitergeht: Will ich etwas loslassen und mein Leben neu strukturieren?“ Auch heute könne diese Zeit dazu ermutigen, einiges neu zu gestalten: „Das Leben bedeutet immer Veränderung. Jeden Tag entscheiden wir neu, wie wir leben wollen.“
Ein Beispiel für Wandel und Neubeginn ist die Kirche St. Franziskus auf dem Lerchenberg. Sie feierte kürzlich ihr 40-jähriges Bestehen – ein Anlass für Rückblick und Ausblick zugleich. „Die Menschen, die damals eine neue Pfarrei gründeten, schufen eine starke Gemeinschaft“, würdigt Markus Kölzer. „Doch nun stehen wir hier wie überall vor neuen Herausforderungen, die Zuversicht und Mut erfordern.“ Auch im Pastoralraum Mainz Mitte-West wird es Veränderungen gelebt. Die Gemeinden verstärken ihre Zusammenarbeit und teilen Verantwortung, Glauben und Ressourcen. Details dazu finden Interessierte im neuen Pastoralraum-Magazin „Rundblick“, das in den Kirchen ausliegt. Informiert wird darin auch über Angebote zur Begegnung.
Gerade die Adventszeit bietet in den Gemeinden zahlreiche Möglichkeiten, Traditionen neu zu entdecken und Gemeinschaft zu erleben. Eine Form ist der Lebendige Adventskalender, bei dem man sich in einigen Stadtteilen abends vor geschmückten Fenstern trifft, um Lieder zu singen und Geschichten zu hören. Frühaufsteher können dienstags ab 6.15 Uhr die Frühmesse im Pfarrheim St. Rabanus Maurus besuchen und anschließend gemeinsam frühstücken.
Ein weiteres Highlight ist die „wachsende Krippe“ in der Taufkapelle von St. Bernhard in der Hans-Böckler-Straße. Woche für Woche wächst die Szenerie, die durch ein beleuchtetes Fenster betrachtet werden kann. Dass hier Menschen jeden Alters auch im Vorbeigehen stehen bleiben und schauen, schätzt Markus Kölzer. Zudem freute er sich auf die Gottesdienste an Weihnachten für alle Generationen, von Krippenspielen bis zu klassischen Christmetten. Die beiden Christmetten an Heiligabend in Bretzenheim finden um 18 Uhr in St. Bernhard und um 22 Uhr in St. Georg statt. Ein besonderes Erlebnis ist die Krippenfeier an den Römersteinen, die eine Gruppe um Mathias Gall mit selbst geschriebenen Geschichten und Liedern gestaltet. Die Feier im Freien, mit einem Stall und Schafen, ist zu einer beliebten Tradition geworden. Nicht nur für Kinder und Eltern, sondern auch für ältere Menschen und manche, die nicht so gerne in eine Kirche gehen. Wer es ökumenisch und klassisch mag, kann sich Sonntag, 29. Dezember, 18 Uhr, vormerken: Zwischen den Jahren wird in der Kirche St. Franziskus auf dem Lerchenberg dann zu einem Gottesdienst eingeladen unter dem Motto „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ mit Bibelgeschichte, Chorgesang und Instrumentalmusik.
Mit dem Dreikönigstag endet für Pfarrer Kölzer die arbeitsintensive Weihnachtszeit, doch die Traditionen gehen weiter: Die Sternsinger ziehen dann wieder von Tür zu Tür, sammeln Spenden für Kinder in Not und segnen Häuser und Wohnungen – für ihn ein pastoraler Dienst, der nach wie vor vielen Menschen wichtig ist, bei dem Kirche quasi nach Hause kommt. Eingeladen, einmal selbst vorbeizukommen sind unter anderem musikalisch Interessierte: Chöre in den Stadtteilen bieten Konzerte zum Genießen und freuen sich über alle, die gerne selbst mitsingen möchten.
fej