Seit August hat die Burg Schule in Nieder-Olm eine neue Rektorin: Silke Grimsel ist die Nachfolgerin von Edgar Jäckle, der nun den Ruhestadt genießt. „Ich habe nach einer neuen Herausforderung gesucht und sie in der Grundschule in Nieder-Olm gefunden“, sagt neue Nieder-Olmer Grundschulleiterin.
Anfang 2020 habe sie sich auf die Stelle beworben, damals sah die Welt noch anders aus. Doch die Turbulenzen der Pandemie haben auch aus ihrer Perspektive „Überraschendes und Positives“ zutage gefördert. „Die Gesellschaft wächst in Krisenzeiten zusammen.“ Das betreffe speziell die Schule, sagt die Pädagogin, die in Koblenz studiert hat. „Ich habe hier ein tolles Team vorgefunden, Menschen, die alles dafür tun, damit die Kinder einen hervorragenden Unterricht genießen können.“ Auch die Kinder – diese sogar am besten – gehen mit der Situation sehr gut um, findet die 46-jährige Rektorin, „sodass wir überraschend gut ein beinah normales Schulleben führen. Ein paar Einschränkungen gebe es im Sport- und im Musikunterricht, auch die außerschulischen Aktivitäten, Kooperationen und Schulfeste liegen auf Eis.
Grimsel kennt sich in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm aus. Geboren und aufgewachsen in Jugenheim, machte sie das Abitur am Gymnasium in der Selzstadt, bevor sie zum Studium der Grundschulpädagogik und Musik nach Koblenz ging. Das Referendariat führte sie in den Hunsrück, es folgten die Stellen in Sprendlingen, dann als Konrektorin in Saulheim. Die Mutter eines 19-jährigen Sohnes war zuletzt als Rektorin in Wörrstadt tätig. Apropos Musik: Über diese Muse sei sie auch zum Lehrerberuf gekommen, erzählt die Laiensängerin, die in mehreren Chören, wie etwa dem Bachchor gesungen hat. „Ich wollte schon immer mit Kindern singen.“ Eine Freundin habe sie auf den Lehrerberuf aufmerksam gemacht. „Der Gesang ist nach wie vor meine Leidenschaft“, die sie gleichwohl bis zum Ende der Herbstferien hat ruhen lassen. Dann geht es weiter im Chor „iNCognito“ der Sängervereinigung Saulheim. Ob man die Rektorin dann live bei einem Auftritt wird sehen können? „Derzeit wird nur geprobt, Auftritte sind noch nicht geplant.“ Erst mal steht die Einarbeitung in den Geschäftsalltag einer Schulleitung auf dem Programm. Zumal sie beabsichtigt, „die nächsten 20 Jahre“ an der Burgschule zu bleiben. Dafür setzt Grimsel ihre Talente ein.
Mit 20 Klassen und 435 Schülern zählt die Burgschule zu den größten ihrer Art. „Ich organisiere gerne und lasse mich nur ganz selten aus der Ruhe bringen“, beschreibt sie sich selber und schmunzelt dabei: „In der Regel ist das hilfreich.“ Einen langen Atem wird sie brauchen, wie sie selber feststellt. „Nieder-Olm ist sehr attraktiv für Familien und entwickelt sich sehr stark.“ Die Folge sind steigende Schülerzahlen. Die Frage nach fehlenden Räumlichkeiten und der Erweiterung der Schule steht ohnehin immer wieder mal im Raum.