
NIEDER-OLM – Im Vorfeld der Wahl zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Nieder-Olm hat Fokus Essenheim zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Der frühere ZDF-Sportmoderator Norbert König führte die Kandidaten durch mehrere Themenfelder. Auf dem Podium standen zwei Bewerber: Dirk Hasenfuss (FWG), amtierender Stadtbürgermeister von Nieder-Olm, sowie Asta Dittes (Grüne). Nicht gekommen waren der AfD-Kandidat Roberto Kiefer sowie Andreas Schmitt (SPD).
Der Bericht, der auf alle Fragen eingeht, ist auf der Homepage von Journal LOKAL zu lesen. Aus Platzgründen wurde an dieser Stelle eine Auswahl getroffen.
Als Motivation für ihre Kandidatur nannte Asta Dittes den Wunsch, die Zukunft zu gestalten, um die VG als lebenswerte Kommune zu bewahren und weiterzuentwickeln. Die VG solle Verwaltungsaufgaben so übernehmen und verbessern, dass die Gemeinden vor Ort entlastet werden und Vorhaben zügiger umsetzen können. Dirk Hasenfuss, den die CDU mangels eigenen Kandidaten unterstützt, begründete seinen Schritt aus der Perspektive des Stadtbürgermeisters: Er habe die Nähe zum Leben in den Gemeinden erlebt und Vereinsleben, Ehrenamt und Veranstaltungen als Schnittstellen kommunaler Politik kennengelernt. Zugleich reizten ihn Gestaltungsspielraum und sichtbare Ergebnisse.
Im Hinblick auf die finanzielle Lage der VG stellte der FWG-Kandidat fest, dass sich eine Entlastung der Ortsgemeinden nicht unbedingt „sicherstellen“ lasse: Zu restriktiv seien dafür die Rahmenbedingungen von Bund, Land und Kreis. Hasenfuss verwies zwar darauf, dass die VG schuldenfrei übergeben werde und die VG-Umlage zuletzt gesenkt worden sei. Er betonte aber, dass man an einer Kreditaufnahme für Projekte wie die Sanierung des Rheinhessen-Bads, Investitionen an den Grundschulen und Maßnahmen aus dem Feuerwehrbedarfsplan nicht vorbeikomme. Leitplanken seien strikte Haushaltsprüfung, transparente Finanzpolitik und nachvollziehbare Begründungen der Entscheidungen gegenüber den Ortsgemeinden.
Dass Stadt, Ortsgemeinden und Verbandsgemeinde nicht in Konkurrenz stünden, sondern unterschiedliche Aufgaben erfüllten, die sich finanziell nicht sauber trennen ließen, führte Dittes aus. Entscheidend sei daher, vorhandene Mittel effizienter einzusetzen und über Effizienzsteigerungen Spielräume zu schaffen. Die Bewerberin forderte eine Gesamtbetrachtung der kommunalen Ebenen. Trotz der insgesamt angespannten Finanzlage müssten Investitionen sowohl auf Ebene der Ortsgemeinden als auch der VG gesichert werden, weil die Bürger die Auswirkungen an beiden Stellen spürten. Ziel sei, Mittel dort zu bündeln und einzusetzen, wo sie den größten Nutzen stiften, und zugleich die Leistungsfähigkeit der VG-Verwaltung als Service für die Bürger zu stabilisieren.
Bei der Frage nach Visionen formulierte Dittes ein Bündel von Zielen, die eine nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfähigkeit der Verbandsgemeinde sichern sollen. Als mögliches Leuchtturmprojekt nannte sie den Ausbau eines durchgängigen Radwegenetzes in der VG, verbunden mit einer Stärkung alternativer Mobilitätsangebote – etwa Carsharing und besseren Verbindungen zwischen den Ortsgemeinden. Zugleich verwies sie auf „große Baustellen“, die zwingend angegangen werden müssten, darunter das Schwimmbad und die Schulsituation. Symbolpolitik lehnte Dittes ab: Entscheidend sei eine Gesamtbilanz, die für die Bürger spürbar sei und der gesamten VG nutze. Wichtig sei auch ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. So zeigte sie sich offen für ein VG-Fest als verbindendes Format – nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Teil einer breit angelegten Entwicklung für Kinder, Senioren und Familien.
Auch Hasenfuss stellte die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls in der VG in den Vordergrund und schlug ein jährliches VG-Fest vor, das von Ortsgemeinden mit Unterstützung der VG getragen würde. Bei Leuchtturmprojekten verwies Hasenfuss erneut auf die finanziellen Grenzen und brachte als Idee den Ankauf von Flächen ins Spiel, um einen Zeltplatz für Jugendgruppen zu ermöglichen. Außerdem betonte er die Unterstützung der Ortsgemeinden beim Schaffen bezahlbaren Wohnraums sowie den Ausbau seniorengerechter Wohnangebote, damit ältere Menschen in der VG bleiben können.
Die Wahl zur Nachfolge von VG-Bürgermeister Rolf Spiegler (SPD), der sich zum 10. August aus dem Amt zurückzieht, ist am 22. März.
Gregor Starosczyk-Gerlach
























