Start Kirche „100 Stunden Arbeit, 10 Sekunden Zerstörungswut“ BIBELGARTEN >>>Ehrenamtsprojekt erneut von Vandalismus betroffen

„100 Stunden Arbeit, 10 Sekunden Zerstörungswut“ BIBELGARTEN >>>Ehrenamtsprojekt erneut von Vandalismus betroffen

Die Stange aus Edelstahl wieder gerade zu biegen, ohne dass die Figur zerbricht, ist fast unmöglich. Foto: Felix Werner

OBER-OLM – Es gibt Dinge, die kann man beim besten Willen nicht verstehen, und grundlose Randale gehört auf jeden Fall dazu. Sicherlich hat sich das auch Peter Hammer gedacht, als er kürzlich im Ober-Olmer Bibelgarten stand, um das Ausmaß der Schäden einzuschätzen: Zwei Figuren aus Speckstein, beide von ihm in mühevoller und langwieriger Handarbeit angefertigt, wurden mutwillig beschädigt.
Es ist nicht das erste Mal, das Hammer Zeuge dieser ärgerlichen Überraschung wird. Zweimal wurden die Figuren, die Feuer und Wasser als biblische Symbole darstellen, unten an der befestigten Eisenstange verbogen. Die Schäden zu reparieren, sei wegen dem Material nur sehr schwer möglich. „Speckstein sei sehr weich, „den kann man mit Schmirgelpapier oder einer Raspel bearbeiten“, erklärt Hammer. Damals hing er ein Schild davor auf, das mit nur sechs Worten die ganze Sinnlosigkeit der Tat treffend auf den Punkt brachte: „100 Stunden Arbeit, 10 Sekunden Zerstörungswut“. Gebracht hat es bekanntlich nichts.

Sowieso sei es „großer Zufall“, dass die Figuren nicht zersprungen sind. Als beim zweiten Vorfall vor etwa drei Jahren die Eisenstange endgültig brach, tauschte Hammer sie gegen eine Edelstahlstange, Die könne man nicht verbiegen, ohne auch die Skulptur kaputt zu machen – dachte er. Jetzt müsse er sich etwas einfallen lassen, um den Stahl zurückzubiegen, ohne zu viel Druck auf die Figuren zu geben. Denn wenn Speckstein einmal bricht, ist er hin, da helfe auch kein Kleber.

Die Menschen, die sich im Bibelgarten engagieren, tun das nicht für Geld oder Anerkennung. Sie investieren ihre wertvolle Freizeit zum Wohle derjenigen, die in dieser spirituellen Oase Ruhe finden, Kraft tanken, Gott nahe sein können – also für alle. Hammer sieht den Vorfall nicht als respektlos gegenüber sich oder Ehrenamtlichen, sondern als ein Affront gegenüber der ganzen Dorfgemeinschaft.

Anzeige gestellt hat er, der selber 44 Jahre lang Polizist war, aber nicht. Das mache einfach „keinen Sinn“, die Erfolgsaussichten seien „gleich null“. Sowieso ist ihm nicht viel daran gelegen, die Täter zu bestrafen. Viel lieber würde Hammer den unbekannten Randalierer einladen, bei einem Besuch den Bibelgarten genauer anzuschauen und auf sich wirken zu lassen. Denn auch was auf den ersten Blick zerstört scheint, könne durch eine aufrichtige Entschuldigung auch wiedergutgemacht werden.

 

Felix Werner

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