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Gedenken an die Novemberpogrome 1938 in Ingelheim Briefe Jugendlicher an Ruth Kapp-Hartz setzten Zeichen

Die Stele auf dem ehemaligen Synagogenplatz in Ober-Ingelheim erinnert an die zerstörte Synagoge und die jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt wurden. Foto: Privat

OBER-INGELHEIM – Auf dem ehemaligen Synagogenplatz in Ober-Ingelheim erinnerten die Stadt Ingelheim am Rhein und der Deutsch-Israelische Freundeskreis Ingelheim (DIF) an die Novemberpogrome von 1938. Wie die Organisatoren mitteilen, kamen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zusammen, um der Opfer der nationalsozialistischen Gewalt zu gedenken.

Nach musikalischen Beiträgen von Emil Vettel (Musikschule im Weiterbildungszentrum Ingelheim) erinnerte Oberbürgermeister Ralf Claus (SPD) an die zerstörte Ingelheimer Synagoge und die Verfolgung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Claus betonte die bleibende Verantwortung der heutigen Generation: „Erinnern heißt, aus der Vergangenheit zu lernen, damit sich Unrecht und Menschenverachtung niemals wiederholen.“ Zugleich mahnte er angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland, wachsam zu bleiben und für Demokratie, Vielfalt und Toleranz einzutreten.

Einen berührenden Akzent setzten die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Ingelheim. Im Rahmen ihres Unterrichts hatten sie sich mit dem Leben von Ruth Kapp-Hartz, einer jüdischen Überlebenden aus der Region, beschäftigt. Ihre selbstverfassten Briefe an Ruth, in denen sie Fragen und Gedanken zu ihrem Schicksal als Kind im Nationalsozialismus formulierten, trugen die Jugendlichen während der Gedenkstunde vor.

Das ökumenische Gebet sprach Christine Wüst-Rocktäschl von der Katholischen Kirche Ingelheim. Musik von Beethoven, Clara Schumann und Chopin rahmte den stillen Nachmittag.

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