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Als eine Holz-Stahl-Konstruktion die Altstadt mit Kastel verband Nachkriegsgeschichte >>>Neue Tafel erinnert an die General Patch-Brücke

OB Nino Haase (li.) und Spender Gerhard Bär enthüllten die Informationstafel am Rheinufer nahe des Kaisertors. Foto: Landeshauptstadt Mainz

ALTSTADT – Mit einer neuen Tafel des Projekts „Historisches Mainz“ erinnert die Landeshauptstadt Mainz an die General Alexander M. Patch-Brücke, die nach dem Zweiten Weltkrieg das zerstörte Mainz mit dem rechtsrheinischen Kastel verband.

Die Vorgängerbrücke, die am 17. und 18. März 1945 von der Wehrmacht gesprengt worden war, machte nach der Einnahme von Mainz am 28. März 1945 eine schnelle Übergangslösung nötig.

Die 3. US-Armee errichtete zunächst eine provisorische Pontonbrücke in Verlängerung der Kaiserstraße. Sie verband Mainz vom 29. März bis 14. April mit dem rechten Rheinufer und konnte kleinere Fahrzeuge sowie Fußgänger aufnehmen, genügte jedoch nicht allen Anforderungen. Aufgrund der besseren Zufahrt am Kaisertor entfernte man deshalb den über sieben Meter hohen Mittelteil. Die Planung einer größeren Behelfsbrücke aus Holz und Stahl begann alsdann.

Jene „prägende Episode der Mainzer Nachkriegsgeschichte“ auf eine anschauliche Weise nachzuvollziehen, das erlaube nun die neue Stele, führte Mainzer OB Nino Haase (parteilos) in seiner Rede aus. Die Stele, die er gemeinsam mit Spender Gerhard Bär enthüllte, erzählt die Geschichte der Brücke anhand einer Textpassage und zwei Fotografien der Brückenkonstruktion.

Die neue Verbindung sollte mit 27 Stahlpfeilern die rund 560 Meter breite Wasserstraße überbrücken und eine Belastungsgrenze von 40 Tonnen je Fahrtrichtung beziehungsweise 70 Tonnen einseitig ermöglichen. Im Herbst 1945 begann das 333. Pionierbataillon mit dem Neubau in einem rasanten Tempo. Die neue Brücke, die etwa neun Meter breit und insgesamt 610 Meter lang war, entstand innerhalb von drei Monaten. Sie besaß zusätzlich eine 46 Meter breite Öffnung, durch die Schiffe abwechselnd berg- oder talseitig passieren konnten.

Am 18. Januar 1946 erhielt die Konstruktion ihren Namen: General Alexander M. Patch, Kommandeur der 7. US-Armee, der die Einweihung nicht mehr erlebte. Amerikanische und französische Offiziere würdigten an diesem Tag die Arbeit der beteiligten Einheiten. Bis zur Wiedereröffnung der Theodor-Heuss-Brücke im Jahr 1950 blieb sie die wichtigste Verbindung zwischen Mainz und Kastel. Im Winter 1962/63 wurde die Patch-Brücke abgetragen.

Seit über drei Jahrzehnten versorgt das Projekt Historisches Mainz die Einheimischen und Gäste mit historischen Informationen, die ihnen auf den Wegen durch die Stadt begegnen. Mehr als 275 ähnlicher Tafeln halten somit die Erinnerung wach. Realisiert wurden sie in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Unternehmen, Initiativen und – wie in diesem Fall – Privatpersonen.

 

red