Start Fastnacht Beim FCV ist der Humor Trumpf Famose Prunksitzung im Finther Bürgerhaus

Beim FCV ist der Humor Trumpf Famose Prunksitzung im Finther Bürgerhaus

Zugprinzessin Luisa I. stellte sich und ihren Hofstaat vor. Foto: Oliver Gehrig

FINTHEN – Das Finther Bürgerhaus ist am Fastnachtssamstag stets ein Epizentrum des Humors: Dann lädt der Finther Carneval Verein (FCV) zu seiner Prunksitzung ein. Auch in dieser Kampagne hat der FCV ein vierfarbbuntes Programm auf die Beine gestellt, das die Närrinnen und Narren im Saal begeisterte und immer wieder von den Stühlen riss.

Der vergnügliche Abend startete mit Stimmungssänger Tim Theobald. Der Zweite FCV-Vorsitzende lud mit Klassikern wie „Wenn das Wasser im Wein gold’ner Wein wär’“ zum Mitschunkeln ein. Dann testete das von zahlreichen Garden begleitete Komitee beim Einzug, wie viele Menschen wohl auf die Finther Bühne passen. Dazu schmetterte der Moderne Musikzug der Gonsenheimer Füsiliergarde „Sweet Caroline“. Die Finther Zugprinzessin Luisa I. (11) meldete sich zu Wort und stellte sich und ihren Hofstaat vor: „Ich bin froh, dass sie dabei sind, all’ / damit ich ja nicht vom Wagen fall’!“ Für diese mit viel Freude und Schwung vorgetragene Rede gab es kräftigen Beifall des närrischen Auditoriums.

Michael Geyer schmetterte den „Rhein-Wein-Blues“. Foto: Oliver Gehrig

Sitzungspräsident Volker Conradi stimmte auf die Sitzung ein: „Am Ende des Abends werden Sie sich verwundert die Augen reiben, wie schnell die neun Stunden vorbeigegangen sind.“ Erster Redner in der Bütt war Protokoller Peter Darmstadt, der festhielt: „Es gilt für unsere Narretei / das Narrenwort ist immer frei!“ Weitere Themen waren US-Präsident Donald Trump, die Künstliche Intelligenz und die politischen Reformen. Den 05-Fans machte er Mut: „Mainz 05, sag ich ganz offe’ / man kann zumindest wieder hoffe’!“ Politische Themen sind auch das Markenzeichen des „Advokat des Volkes“ Rüdiger Schlesinger, der betonte: „Demokratie lernt man erst schätzen, wenn man sie mal nicht mehr hat.“ Er sezierte „Laber-Kanzler“ Friedrich Merz und die SPD, die bereits unter Denkmalschutz steht.

Ansonsten dominierte gut gemachter Kokolores. Als „Professor für Wein und Musik Prof. Dr. Dr. Durst“ brillierte Michael Geyer mit gelungenen Wortspielen und referierte über männliche und weibliche Artikel: Eines sei klar: „Die Rückfahr-/Einfahrtshilfe, die ist weiblich!“ Dann setzte er sich ans Klavier und schmetterte den „Rhein-Wein-Blues“. Erstmals beim FCV zu Gast war „Student“ Nick Stenner aus Laubenum. Sein Studium dauert noch 20 Jahre, danach geht er direkt in Rente.

Das Dienheimer Ballett „Sunshine“ tanzte zu „Monopoly“. Foto: Oliver Gehrig

Den Abräumer des Abends lieferte Hans-Joachim Greb als „Hobbes“, der sich nach 45 Jahren in der Bütt in seiner Abschiedskampagne befindet. Er berichtete von den alltäglichen Problemen mit Handwerkern: „Ist der Handwerker auch fit, kimmt er, oder kimmt er nit?“ Für diesen herrlichen Kokolores gab es vom dankbaren Publikum Applaus im Stehen.

Freunde der getanzten Fastnacht kamen zweimal voll auf ihre Kosten. Elf „Dancing Queens“ vom CKV Mainz-Bretzenheim wirbelten in Weiß als „Gänsjer“ zu „Tanz mit der Gans“ über die Bühne. Das Spiel „Monopoly“ hatten sich die 23 Tänzerinnen des Dienheimer Balletts „Sunshine“ als Thema ausgesucht. Tolle Kostüme, eine ansprechende Choreografie, atemberaubende Flugeinlagen und schmissige Technohits wie „Eins, zwei, Polizei“: Hier stimmte alles.

Den Abräumer des Abends lieferte Hans-Joachim Greb als „Hobbes“. Foto: Oliver Gehrig   

Da wollten die Sänger und Musikgruppen nicht hinten anstehen. „Bei Tinder sahst du besser aus“ schmetterte Marvin Hollederer alias „Hollebutz“: Als Zugabe durfte die „Helga“ nicht fehlen. Die „Meenzer Zibbelkappe“ gingen mit dem Narrenschiff auf hohe See und hatten natürlich ihren Ohrwurm „Ich ess’ so gern Tomate’mark“ im Gepäck. Thomas Neger und die Humbas rockten „Wenn Margit singt“ und „Humba täterä“. Mit dem großen Finale der 100 Jahre alten Mainzer Hofsänger endete die famose Sitzung im Bürgerhaus.

Oliver Gehrig