Start Gesellschaft Bissiges Politisches und tolle Tanzformationen Gelungene Sitzung des CKV in der TSG-Halle

Bissiges Politisches und tolle Tanzformationen Gelungene Sitzung des CKV in der TSG-Halle

„Ab in die Tonne!“, meinten Jürgen Meißner und Michael Hohenadel. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – „Wir feiern Fassenacht einfach annerst“, sagte der gut aufgelegte Sitzungspräsident Michael Hohenadel zu Beginn der gelungenen Sitzung des CKV „Die Uffstumber“ zum närrischen Auditorium in der TSG-Halle. Er machte auf eine Besonderheit aufmerksam: Der Verein setzt ausschließlich auf eigene Aktive. „Wer hier oben steht ist ohne Strunz/ en Uffstumber, einer von uns!“ So etwa „Die Schoppeschwenker“, die nach dem Einzug des von der Mainzer Prinzengarde begleiteten Komitees den ersten Programmpunkt setzten. Sie präsentierten Stimmungslieder wie „So lang’s in Meenz noch Woi gibt“.

Schaurig-schön war der Tanz der Vampire des CKV-Balletts. Foto: Oliver Gehrig

Im Zwiegespräch als Mutter und Tochter brillierten Andrea Ewald und Ilka Keukert. „Zwei Jahre Corona-Pause haben unsere Kinner genutzt/ und zu Haus’ die Platt’ geputzt“, spielte die Mutter auf den Auszug der Tochter an, verbunden mit allerlei Maßregelungen. Die Antwort der Tochter: „Der beste Grund um Auszuziehen, ich tue es klar benenne’ / ist etwas über 1,50 groß und nur am schenne’!“ Am Ende vertragen sich beide aber wieder. „Walter und Caro“ glänzten als „Schönheitsköniginnen“ und Horst Wann ging als „Rentner auf Kneipentour“. „Die Fastnacht ist ein buntes Treiben der Tiere“, meinte „Esel“ Andreas Kranke und forderte vom Auditorium: „Gebt mir ein I, gebt mir ein A!“ Eine Kneipentour durch die Altstadt machten die Allstars, die in der Wirtschaft „Zum Schobbe“ landeten. Die überall in der Stadt herumliegenden herrenlosen E-Scooter waren ein Vortragsthema.

Als „Uffstumber“ brillierte Dr. Stefan Regner. Foto: Oliver Gehrig

Freunde der politisch-literarischen Fastnacht kamen beim CKV voll auf ihre Kosten. „Ab in die Tonne!“, sangen „Die zwei Entrümpler“ Michael Hohenadel und Jürgen Meißner und beförderten dahin etwa die Berliner Ampel. Auch Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger wanderte dorthin wegen ihres „Blödsinns mit der Busspur“ sowie Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz: „Gewerbe in der Frischluftschneise / diese Idee ist durchweg Scheiße!“ Und auch für die „11.11.-Geisterfahrer des MCV“ blieb nur der Platz in der Tonne. Das Publikum feierte die beiden „Entrümpler“ für diesen Klasse-Beitrag mit Standing Ovations. Als „Uffstumber“ sprach sich Dr. Stefan Regner gegen Terror, Krieg und Despoten aus: „Das Maß ist voll!“ Zur AfD fand er klare Worte: „Kommt diese braune Soße hier an die Macht / dann armes Deutschland, gute Nacht!“

Tochter und Mutter Ilka Keukert und Andrea Ewald im Zwiegespräch. Foto: Oliver Gehrig

Viele tolle Tanzformationen sorgten beim CKV für optische Leckerbissen. So etwa die 16 jungen „Tanzperlen“ (Leitung: Justyna Kilian), die als Spieluhren-Puppen zum „Mambo No. 5“ begeisterten. Als Zugabe gab es die Leuchtshow „Herzbeben“. Die Nebelmaschine angeworfen wurde zum schaurig-schönen „Tanz der Vampire“ des CKV-Balletts (Leitung: Lisa Schlosser) zu „Poison“. Das Männerballett „Body in Motion“ (Leitung: Jürgen Kleinhanß) brillierte als „Ghostbusters“ und die CKV Dancing Queens (Leitung: Miriam Lautz) wirbelten als Fastnachtsclowns über die Bühne. Die elf TMS-Drachen (Leitung: Melanie Hüwel) tanzten „Über den Wolken“ und brillierten ebenfalls mit einer Leuchtshow. Die Abkürzung TMS steht übrigens für „Tanzen macht Spaß“.

Stimmungslieder sang Stina Brandt. Foto: Oliver Gehrig

Stimmung machte Sängerin Stina Brandt mit ihren Liedern „Wir sind alle Meenzer“ und „Wir feiern Fassenacht“, begleitet von Wolfgang Beck mit der Gitarre. Gemeinsam mit Andreas Kranke und Christian Labonte als Trio war Wolfgang Beck ein zweites Mal auf der Bühne zu erleben. Die „KapellMainzer“ Thorsten Ranzenberger und Christopher Ludwig wären so gerne Schwellkoppträger und leiteten zum gemeinsamen Finale mit Sänger Christian Issel über, das deutlich machte: Die Bretzenummer Fastnacht ist sehr lebendig.

Schön anzusehen waren die „Drachen“ des TMS-Balletts. Foto: Oliver Gehrig

Oliver Gehrig