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Bodenheims neue Kultur- und Sporthalle „Bürgel“ feierlich eröffnet Nach 25 Jahren ist die Halle fertig gebaut

v.l. Daniel Dillig, Thomas Becker-Theilig und Thomas Glück sowie Stefan Rieß erhielten den Schlüssel für die neue Halle. Foto: Wolf-Ingo Heers

BODENHEIM – Exakt 1.350 Quadratmeter Fläche stehen in der neuen Dreifeld-Halle für Sport und Kultur zur Verfügung. Die bunten Linien im schwarzen Fußboden geben die Felder für sechs unterschiedliche Sportarten vor. Daneben sind 53 weitere Räume geschaffen worden, wie z.B. Umkleide, Büros, Kühlhaus, mehrere Anrichtküchen und 1 große Küche, Lagerflächen für diverse Materialien usw..

Selbst der Minister für Inneres und für Sport kam zur Eröffnung, denn das Land hat einen Zuschuss in Höhe von 1,3 Mio. € gegeben. In seinen Grußworten lobte er das imposante Gebäude mit seinen Möglichkeiten, wie aber auch die ökologische Ausrichtung. „Die Halle gibt dem Stolz großen Raum“ so umschrieb er seinen Eindruck und fügt hinzu: „Klimaschutz spart Geld!“ Er zielt auf die Autarkie der Halle ab (s.u.).

Den Reigen der Redner eröffnete jedoch Norbert König, ZDF-Sportmoderator, mit einer launigen Anmoderation. Er führte durch das weitere Programm und übergab dem Ortsbürgermeister, Thomas Becker-Theilig, als Hausherrn das Mikrofon als 1. Redner.

Dieser erinnerte an den langen Werdegang der Halle. „Oftmals haben öffentliche Bauwerke eine bewegte Historie. So auch dieses. Der 1. Vorschlag kam vom Altbürgermeister Alfons Achatz vor 25 Jahren. Dann haben die Gremien gerungen, um schließlich in einem runden Tisch final den Bedarf festzulegen! 2017 beschloss der Gemeinderat, am Bürgel ein neues Sportzentrum zu errichten.“

Dennoch wurde 2015 die in die Jahre gekommene Guckenberg-Halle saniert mit einem neuen Dach, einem Heizkraftwerk usw. Der Entschuldungsfonds des Landes Rheinland-Pfalz bot auch die Möglichkeit die Sportplätze zu sanieren.

Landrätin Dorothea Schäfer betonte, dass „mit dem Zuschuss des Landkreises in Höhe von 523.000 € genau richtig geflossen ist. Eine tolle Halle, die auf die Zukunft ausgerichtet ist!“

VG-Bürgermeister Dr. Robert Scheurer sieht die energetische Versorgung als „State of the Art“. Launig schließt er seine kurzen Grußworte mit „das Anagramm von Sport ist Prost!“

Das Architekturbüro Dillig aus Simmern hat das Projekt auf den Weg gebracht. „Form follows function“ umschreiben sie die Bauart. „Sie ist ausgerichtet auf Wirtschaftlichkeit sowie auf zeitgemäße Bauweise dies aber zeitlos!“

Nun die Einweihung dieser neuen Halle. Sie ist der 2. Bauabschnitt. Eine Turnhalle – die vorrangig vom TUS mit seiner Turn-Talent-Schule genutzt wird – wurde bereits 2019 eröffnet werden (Journal Lokal berichtete). Als 2. Bauabschnitt nun dieser Komplex mit der 3-Feld-Halle und abgerundet wird das ganze durch den 3. Bauabschnitt mit einem Sportplatz incl. Laufbahn etc.

Die zwingend vorgeschriebenen Parkplätze sind bereits erstellt werden. Auch bereits erstellt sind ein Sand- Bereich, auf dem Beachvolleyball und eine spezielle Strand-Variante des Handballs gespielt werden können.

Die Halle wird noch mit einer 3 x 6 m hohe Boulder-Wand an der Außenfassade ergänzt.

Thomas Glück, als verantwortlicher Beigeordneter, hat die Planungen mit über 40 Firmen umgesetzt und stell fest, „im Prinzip haben wir hier zwei Hallen in einer. Denn das gesamte „Bürgel“-Gebäude ist so konzipiert, dass Kultur- und Sportbetrieb weitgehend autark voneinander möglich ist. Es gibt separate Eingangsbereiche und getrennte Funktionsräume für Sport- und Kultur, etwa Umkleidezimmer, die ausschließlich von Athleten oder von Künstlern genutzt werden.“

Hans Löffert als Beauftragter für das Ehrenamt bedankte sich in seiner Rede. Er ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Bodenheimer Vereinsrings, „die der Eröffnung entgegengefiebert haben. Hochachtung und Dankbarkeit für das tolle Projekt. Die Halle bietet unseren 40 Mitgliedsvereinen die Chance, Kultur- und Sportveranstaltungen nach vorne zu bringen!“

Volleyball, Badminton, Basketball, Handball und Tennis sowie Tischtennis sind die Mannschaftsportarten für die Halle. Gymnastik und Turnen sind die Einzelsportarten. Als Wettkampfstätte sind im „Bürgel“ Handball, Bundesliga-Kämpfe im Ringen sowie Bundesliga-Wettkämpfe für Turnerinnen möglich. Haupt-Austragungsort für Ballsportarten soll derweil die alte Bodenheimer Sporthalle am Guckenberg bleiben

Die Halle bietet für Kulturveranstaltungen die Chance Chorkonzerte und Fastnachtssitzungen, Theateraufführungen, Konzerte, Jubiläums-Events, Kongresse und Parteitage durchzuführen.

Die Empore oder auch Galerie – incl. mehrerer Nebenräume und kompletter Technik – ist separat buchbar und bietet ca. 150 Menschen Platz für Tagungen, Mitgliederversammlungen der Vereine, etc..

„Im Katastrophenfall kann die Halle jetzt auch als Notfall-Einsatzzentrum für das Polizeipräsidium Mainz genutzt werden“, sagt Thomas Glück. Als Wärmestube bei einem dauerhaften Ausfall der Strom- und Gasversorgung könnte die Halle zudem als Anlaufstelle für bis zu 450 Bürgerinnen und Bürger dienen. Möglich ist dies, weil sich das Gebäude größtenteils selbst mit Energie versorgt: Drei Wärmepumpen beheizen das Gebäude mithilfe von 30 Tiefbohrungen mit Wärme, die aus bis zu 100 m Tiefe gewonnen wird. Einen wesentlichen Teil der Stromversorgung liefern 200 Photovoltaik-Module auf dem Hallendach. Zugleich ist es möglich, über entsprechende Anschlüsse die Halle auch mit Notstromaggregaten zu versorgen. Zudem gibt es Pläne, einen Teil der 258 Parkplätze ebenfalls mit Solarmodulen zu „überdachen“, erklärt Thomas Glück: „Hier laufen im Moment Gespräche mit EWR.“

Besonders begeisterte das KAMEL“, dem Kammermusikensemble Laubenheim. Sie spielten schwungvolle Musik von Moricone, über Tango bis hin zu klassischen Stücken, diese aber etwas peppiger dargebracht.

Pfarrer Dr. Joachim Springer (Kath) und Heike Gebhard (ev.) baten um Gottes Segen für das Objekt. Sie weihten die Halle und „wünschten dauerhaftes Glück!“

Am Sonntag dann der Testlauf der Halle: Tag der Offenen Tür. Stolz präsentierten Thomas Glück wie auch Thomas Becker-Theilig in Rundgängen die Hallen incl. den Nebenräumen. Viele Gäste waren überrascht, wie viel Technik in der Halle verbaut wurde. Ein Gast stellte fest, „dass alle die Strom- und Datenleitungen eine Unsumme verschlungen haben mussten!“

 

Wolf-Ingo Heers