
NACKENHEIM – Nackenheim will den Bezug zum bedeutenden Sohn der Gemeinde noch stärker in den Vordergrund rücken. Deutlichere Konturen bekommen in dem Zusammenhang die Pläne der Gemeinde für das Geburtshaus von Carl Zuckmayer.
Die Ortsgemeinde will das Gebäude erwerben und es künftig für die Kultur öffnen. Dem Austausch über die künftige Nutzung des Hauses diente jedenfalls das Auftaktgespräch, das rheinland-pfälzische Kulturministerin Katharina Binz vor Ort mit Ortsbürgermeister René Adler und Günter Beck, Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft, führte.
Eines der konkreten Maßnahmen soll die Möglichkeit sein, das Haus künftig über öffentliche Wege zugänglich zu machen. Dieses Ziel hatte die Gemeinde nie wirklich aus den Augen verloren. Bisher lag das Gebäude jedoch auf einem abgeschlossenen Firmengelände und blieb der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. Denn der Schriftsteller kam in einem repräsentativen Gebäude einer nicht mehr existierenden Kapselfabrik zur Welt, die seinem Vater gehörte.

Foto: Sabine Longerich
Nach der Schließung des insolventen Betriebs in der ersten Dekade der 2000er Jahre ging das Gelände in den Besitz eines privaten Investors über, sodass die Entwicklung des Quartiers kein originäres oder alleiniges Projekt der Gemeinde ist, gleichwohl sie die Leitlinien für den Bebauungsplan entscheidend mitbestimmt.
Beim Rundgang über das frühere Fabrikareal betonte Binz jedenfalls das Interesse des Landes Rheinland-Pfalz am Erhalt des kulturellen Erbes von Carl Zuckmayer und an einer kulturellen Nutzung des Gebäudes. Dabei stellte sie das Landesprogramm zur Förderung sogenannter „Dritter Orte“ vor, das nach Angaben von Ortsbürgermeister Adler sehr gut zu den Planungen der Gemeinde passt.
Entsprechend positiv gestimmt äußerte sich der Ortschef nach dem Besuch: „Mit dem heutigen Auftaktgespräch haben wir einen wichtigen Grundstein dafür gelegt, das Geburtshaus von Carl Zuckmayer aus seinem Dornröschenschlaf zu holen und als offenen Ort der Kultur und Begegnung für Nackenheim und die Region zu entwickeln.“
Adler dankte der Ministerin und Beck für den konstruktiven und zielführenden Austausch, zumal auch „die entsprechenden Kontakte zu den zuständigen Behörden im Gespräch bereits hergestellt“ worden seien. Aus der Gemeindeverwaltung hieß im Anschluss an das Treffen: Sobald die Förderrichtlinien vorliegen, werde man das Projekt für das Programm zur Förderung anmelden.
Dass Zuckmayer als Objekt der kulturellen Arbeit in Nackenheim eine über die Grenze der Gemeinde tragende Rolle spielt, hat die Carl-Zuckmayer-Gesellschaft zuletzt in 2025 belegt. Die Vorstellungen des Klassikers „Der fröhliche Weinberg“ aus Anlass des Themenjahres „Alles Carl?“ (Journal LOKAL berichtete) begeisterten das Publikum derart, sodass es im kommenden Sommer (11. bis 14. Juni) erneut vier Vorstellungen vor dem Rathaus in Nackenheim geben wird. Die Informationen dazu gibt es auf der Homepage der Gesellschaft, über die auch die Ticketbestellungen aufgegeben werden können.
























