Start Fastnacht Fastnachtssitzung im Bürgerhaus Dolles Partystimmung >>>Schoppengarde bringt Bodenheim zum Beben

Fastnachtssitzung im Bürgerhaus Dolles Partystimmung >>>Schoppengarde bringt Bodenheim zum Beben

Das BSG-Showballett entführte nach Hogwards. Foto: Sabine Longerich

BODENHEIM – Das Bürgerhaus Dolles platzte aus allen Nähten: Die Bodenheimer Schoppengarde (BSG) lud zur großen Fastnachtssitzung. Nicht nur die Bodenheimer selbst waren zahlreich erschienen, auch viele Vertreter befreundeter Fastnachtsvereine sorgten für ein buntes, fröhliches und bestens gelauntes Haus. Fünf Stunden Programm, getragen fast vollständig von engagierten Laiendarstellern, die mit Herzblut und unglaublichem Einsatz auf der Bühne standen. Typisch: die große Familie Schäfer brauchte sich nahezu geschlossen ein – allen voran Volker Schäfer, der als Leiter der Garde nicht nur organisatorisch, sondern auch künstlerisch präsent war. Charmant und souverän führten Janneck und Ralf Schäfer sowie Thorsten Hartmann durch den Abend.

Depp, Doof, Dappisch, Dumm resümierten Welt- und Ortsgeschehen. Foto: Sabine Longerich

Den Auftakt machten die Albansjünger, die als römische Legion aufmarschierten: Julius Cäsar kam höchstpersönlich nach Bodenheim – zu den „schönsten Frauen Germaniens und dem bestem Wein“. Musikalisch ging es traditionsreich weiter mit dem befreundeten 1. Bergsträßer Spielmanns- und Fanfarenzug, der Fastnachtsklassiker ebenso mitbrachte wie lateinamerikanische Rhythmen. Und ein frühes funkensprühendes Highlight lieferten die Donkey Dancers vom Bodenheimer Carneval Verein. Ihre Weltreise voller Kreativität und Charisma ließ den Saal jubeln. Danach heizte das Duo Hottvollee mit Meenzer Liedern zum Mitsingen ein.

Schlag auf Schlag ging es weiter: Ralf Schäfer schlüpfte solo in die Rolle des „Dappisch“ und ließ sein Leben Revue passieren – zum Schmunzeln, vielleicht einen Tick zu ausführlich, was dem Publikum Gelegenheit gab, sich anschließend umso ausgelassener beim Auftritt von Markus Leber zu bewegen. Der schickte den ganzen Saal als Polonäse auf die Reise. Und BSG-Eigengewächs Tanja Schäfer-Brandl resümierte enthusiastisch die Aufgaben einer rheinhessischen Weinkönigin, insbesondere die geliebte Weinverkostung.

Fastnacht bei Familie Schoppenstädt – mit allem, was dazu gehört. Foto: Sabine Longerich

Ein Höhepunkt war das Showballett der BSG, das die Zuschauer nach Hogwarts entführte. Mit viel Liebe zum Detail, starken Choreografien und einem zauberhaften Auftritt der siebenjährigen Lina Baptistella, die den Großen mühelos Paroli bot, wurde Harry Potter lebendig. Gewohnt treffsicher nahmen Depp, Doof, Dappisch und Dumm – Richard Sommer, Holger Stephan sowie Ralf und Volker Schäfer – das Bodenheimer Geschehen und weltweite Ereignisse aufs Korn. Danach zeigte sich professionelle Fastnacht mit den Altrheinstromern, die als „Diebe“, ausgebildet von der höheren Räuberschule Mombach, den Saal zum Schunkeln und Mitsingen brachten.

Zwar war man inzwischen gut eine Stunde im Verzug, doch die Muppetshow ließ sich davon kein bisschen beirren: 18 BSG-Aktive „zogen ihr Ding durch“ und bewiesen eindrucksvoll, dass Frosch Kermit und Miss Piggy nichts von ihrem Charme verloren haben. Ein Gänsehautmoment folgte mit Jasmin Mück, die mit „Purple Rain“ von Prince den Saal emotional berührte.

Die Polonäse sorgt für Stimmung und Bewegung. Foto: Sabine Longerich

Nach der Pause das traditionelle Loriot-Stück, diesmal „Fastnacht bei den Schoppenstädts“. Perfekt gespielt von Conny Schäfer als Dame des Hauses, Udo Maurus als Weinvertreter, Karl Krämer als Fachmann für den Staubsauger „Heinzelmann“ und Kerstin Berner von der Versicherung. Zum Brüllen komisch – besonders die Weinsorten „Nackenheimer Rotarsch“ und „Lörzweiler Zuckerwasser Cuvee“ sorgten für Lachsalven.

Goldig-glitzernd eroberte anschließend das BSG-Schrubberballett die Bühne, nachdem Steffen Kunze und Alex Zimmermann ihr alljährliches Zwiegespräch über die Verfehlungen des Bodenheimer Ortsgemeinderats gehalten hatten. Bevor Volker Schäfer schließlich mit der Schoppengarde das große Finale einläutete, zeigte das zwölfköpfige Männerballett unter der Leitung von Jenny Kerzel und Anna-Viktoria von der Au eindrucksvoll, was es kann: anmutige Bewegungen trotz beachtlicher Körperfülle und vor allem eine ansteckende Freude an der Sache.

Diese Fastnachtssitzung war ein rundum gelungener Abend – voller Herz, Humor und Geselligkeit.

Sabine Longerich