Start Gesellschaft Vergessene Nullfünfer Vortrag zur Geschichte jüdischer Vereinsmitglieder des 1. FSV Mainz 05

Vergessene Nullfünfer Vortrag zur Geschichte jüdischer Vereinsmitglieder des 1. FSV Mainz 05

Nils Friedrich beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte jüdischer Mitglieder des 1. FSV Mainz 05. Foto: Privat

NIERSTEIN – Der Geschichtsverein Nierstein erinnert an die jüdischen Mitglieder des 1. Fußball- und Sportvereins Mainz 05, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus spricht der Referent Nils Friedrich am 27. Januar über die sogenannten „vergessenen Nullfünfer“. Friedrich ist langjähriger Fan des Vereins und hat sich intensiv mit dessen Geschichte auseinandergesetzt.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Rolle jüdischer Mitglieder im Verein. Viele Menschen in Mainz und der Region kennen heute den jüdischen Kaufmann Eugen Salomon, der über Jahre den Vorsitz des Vereins innehatte. Sein Name ist fest mit der Identität des Vereins und dessen Erinnerungskultur verbunden. Doch Salomon war nicht der einzige jüdische Nullfünfer. Der Verein galt in seiner frühen Geschichte lange Zeit als sogenannter Judenverein.

Friedrich ist den Spuren jener vergessenen Vereinsmitglieder nachgegangen. Seine Recherchen führten zu zwölf sehr unterschiedlichen Biografien, die er im Mainz-05-Fanzine veröffentlicht hat. In seinem einstündigen Vortrag beleuchtet er die Situation des Vereins bis zum Jahr 1933. Zudem zeigt er auf, wie der Verein nach der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten veränderte.

Das Titelbild des Mainz-05-Fanzines, in dem Nils Friedrich die Biografien der sogenannten „vergessenen Nullfünfer“ veröffentlicht hat.
Fotoquelle: Geschichtsverein Nierstein

Anhand der Lebenswege dreier ausgewählter jüdischer Vereinsmitglieder verdeutlicht Friedrich die individuellen Folgen von Ausgrenzung, Verfolgung und Entrechtung. Darüber hinaus berichtet er über die Herausforderungen seiner Recherchearbeit und über den heutigen Umgang des Vereins mit diesem Abschnitt seiner Geschichte. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zu Fragen, Diskussion und Austausch.

Die Veranstaltung findet in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt im Haus der Gemeinde in der Gutenbergstraße 11 in 55283 Nierstein statt. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Gedenk- und Erinnerungsarbeit wird gebeten, die seit vielen Jahren einen Schwerpunkt der Arbeit des Geschichtsvereins Nierstein bildet.

 

red