
EBERSHEIM – Elternfreie Zone – das gilt grundsätzlich für das Kinder- und Jugendheim Juz29 Hechtsheim und Ebersheim. Mit dem Tag der offenen Tür allerdings haben die Sozialarbeiter und regelmäßigen Gäste der Einrichtung in der Feldgartenstraße in Ebersheim eine Ausnahme gemacht: An diesem Nachmittag waren Eltern sowie Nachbarn und Zugezogene sogar herzlich in den Räumlichkeiten willkommen, um sich über die dort regelmäßig stattfindenden Angebote sowie über die Sozialarbeit zu informieren. Das Team rund um den Leiter der Jugendeinrichtung, Michael Blankenberger, war offen für alle Fragen, die Eltern und Interessierten auf den Nägeln brannten. Fotos und Bilder schmückten die Wände, Plakate gaben Infos zu den verschiedenen Angeboten für die jungen Besucher des Hauses.
Organisiert hatte den Ausnahme-Nachmittag mit Erwachsenen Sozialarbeiterin Lena Eckhardt, die noch damit beschäftigt war, mit bunter Kreide den Hinweis auf den gemeinsamen Tag im Feldgartenweg auf den Asphalt zu schreiben. Blankenberger und seine Mitarbeiter haben bereits Biertischgarnituren im Garten aufgestellt. „Wer sich etwas mitbringt, kann bei uns auch grillen“, so Eckhardt. Außerdem warteten bereits Kaffee und Kuchen und andere Getränke auf erste Abnehmer.
In der Regel seien es zwischen 15 und 20 Kinder und Jugendliche, die regelmäßig im Treff erscheinen, berichtete Lena Eckhardt. Die Sozialarbeiter sind Ansprechpartner nicht nur bei Problemen oder Streitigkeiten zwischen den Besuchern. Auch wenn jemand daheim oder in der Schule Ärger hat, es Sorgen gibt, über die jemand reden mag oder anderes gerade die Seele belastet, haben die Mitarbeiter ein offenes Ohr. Natürlich steht das Miteinander im Vordergrund. Gemeinsam können Kinder ab sechs Jahre bis hin zu Erwachsenen von 27 Jahren laut Eckhardt in die Einrichtung kommen, um mit Gleichaltrigen „abzuhängen“, Tischtennis zu spielen oder sich im Tonstudio im Keller auszuprobieren. Ein Regal ist bis hoch zur Decke mit verschiedenen Spielen bestückt, es kann aber auch gemalt, am Tischkicker oder am Billardtisch gespielt oder einfach nur in den bequemen Sofaecken gequatscht werden. Im Samuarai Club können Teilnehmer die hohe Kunst des „friedvollen Kriegers“ kennenlernen. Auch der Garten bietet verschiedene Möglichkeiten, nicht nur für die kleineren Gäste.
Eckhardt deutete auf den Küchenbereich im Hintergrund: „Backen und Kochen, so etwas machen wir hier auch mit den Jugendlichen“, sagte sie. Oder man sitze zusammen, um zu basteln. Ausflüge in die nahe und weitere Umgebung gebe es ebenfalls im Angebot, allerdings gehe das nur mit Voranmeldung.

Von Montag bis Donnerstag ist immer was los im Jugendzentrum. Manchmal können alle kommen, wie sie wollen, es gibt aber auch Stunden, zu denen entweder nur die Jungs oder nur die Mädchen zugelassen sind. Dienstags ist Kindertag, dann dürfen nur Sechs- bis Zwölfjährige in die Einrichtung. Und wer sich schwertut, kann zwischen 14.30 und 16 Uhr am Montag zur Hausaufgabenbetreuung kommen. Wichtig sei, dass Kinder und Jugendliche im Haus gleichberechtigt mitentscheiden dürfen. Der Tag der offenen Tür diene vor allem dazu, den Eltern zu zeigen, wer die Sozialarbeiter sind und was den jungen Menschen im Zentrum angeboten wird, unabhängig von Religion oder ethnischem Hintergrund. „Wir sind ein offenes Haus, zu uns darf jeder kommen“, betonte Eckhardt. Sie und ihre Kollegen hatten noch einige wenige Handgriffe für die Vorbereitung des Familientags zu erledigen, dann kamen auch schon die ersten Gäste.
kga