
NIEDER-OLM – Der Ratssaal des Nieder-Olmer Rathauses verwandelte sich an diesem Abend erneut in einen Ort musikalischer Magie. Im Rahmen der Konzertreihe „begegnungen“ der Musikschule der Verbandsgemeinde gastierten die Brüder Daniel und Manuel Seng, zwei renommierte Pianisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch auf faszinierende Weise eins wurden.
Daniel Seng, ein Meister der klassischen Klavierkunst, und sein Bruder Manuel, der mit sicherem Gespür und unbändiger Spielfreude in der Welt des Jazz zuhause ist, stellten ein Programm vor, das nicht nur ihre musikalische Virtuosität zeigte, sondern auch den Dialog zweier Welten wagte: Klassik und Jazz, Struktur und Freiheit, Notentreue und Improvisation.
Schon die ersten Töne machten deutlich: Hier ging es nicht um ein Nebeneinander, sondern um ein Miteinander. Zwar blieb Daniel den ausgewählten Werken von Schubert, Chopin und Ravel treu, doch gelang es seinem Bruder Manuel immer wieder diese Stücke durch freie Improvisationen nahtlos miteinander zu verbinden, in dem er die Harmonien aufgriff und sie in schillernde Jazzfarben tauchte.
Dann wieder legte Manuel mit einem swingenden Thema vor, das Daniel mit einem klassisch-romantischen Klanggewand umspielte – als wollten sie gemeinsam beweisen, dass Musik keine Grenzen kennt – ganz im Sinne der Konzertreihe „begegnungen“ – die im Übrigen bereits zum 13. Mal von Musikschulleiter Jens Klaassen veranstaltet wurde.
Das Publikum im Ratssaal ließ sich begeistert auf diese Begegnung ein. Zwischen den Stücken plauderten die Brüder unterhaltsam miteinander und gewährten Einblicke in ihr Musikerleben.
Besonders eindrucksvoll war im letzten Teil des Konzertes die Einladung an das Publikum, sich von Daniel klassische Chopin-Etüden und von Manuel Jazz-Standards zu wünschen. Dies unterstrich einmal mehr die Virtuosität und das große künstlerische Können der beiden Pianisten.
Der Applaus wollte am Ende kaum enden. Mit einem temperamentvollen, vierhändig gespielten Stück von Sergei Rachmaninoff verabschiedeten sich die Brüder, die spürbar Freude daran hatten, einander zuzuhören und zu überraschen.
Annette Pospesch

























