MAINZ – „Wenn deine Hoffnung Füße hätte, wohin würde sie dich tragen?” Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Manche Ästheten strandeten auf ihrer Kunsttour des Vereins PartPartPart an dem kühlen Novemberabend in den gastfreundlichen, sprichwörtlichen Armen des Malers Ali Yildiz und seiner Freundin und Kuratorin HxSechs im „kunSTück “. Mehr als ein Dutzend weiterer „Kunsträume”, wie die Bar- und Eventlokation „off“, die Walpoldenakademie oder das Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz luden im Rahmen eines „Gallery-Crawl“ zu einem Rundgang durch die Mainzer Kunstszene ein.
Wohlige Heimatgefühle kamen bei der warmen Begrüßung des jungen Paares sowie den selbstgemachten und liebevoll hergerichteten kleinen Speisen auf – im Kontrast dazu zeigten Yildiz impressive Gemälde surreale Motive der Psyche „rund um das Thema Migration und Flucht”. Helle Farben verkörpern auf eindrucksvolle Weise düstere und traumatische Erfahrungen. Fleischliche und technologische Elemente fließen zusammen: den Augen fiel es schwer, ihren Blick von der Kunstgewalt zu lassen.

Foto: Mandy Kramer
„Exit Utopistan” hieß die Ausstellung, die auf originelle Art ambivalente Gefühle vermittelt und es mit Leichtigkeit schafft, den Rezipienten zum Reflektieren zu bewegen. Er wird im Rahmen der Ausstellung interaktiv dazu angeregt, sich mit der prägnanten Frage „Was müsste sich in meinem Heimatland ändern, damit ich dort glücklich leben könnte?” auseinanderzusetzen.
Ein weiterer Haltepunkt: Im Institut français zeigten Alina Röbke und Emma Tholot ein gemeinsames Werk, beruhend auf einem länderübergreifenden Forschungsprozess, während Victoria Jung die Ausstellung mit einer Mischung verschiedener Musikgenres begleitete. Clowns, Kostüme, Stoffe und Texturen bilden den Kern der gemeinsamen Arbeit.
„Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage nach den verbindenden Spuren, die sich in Städten wie Marseille und Mainz finden lassen”. So wird zudem eine Plattform kulturellen Austausches geschaffen. Les Ateliers Vortex plant mit dem Verein PartPartPart eine fortwährende Kooperation mit regelmäßigen Kunstausstellungen in Mainz und Dijon.