NEUSTADT – Die Ausstellung der in Mainz lebenden Künstlerin Tinatin Tevzadze ist Teil des Kunstprojekts „NeustART“ des Quartiermanagements Mainz-Neustadt gewesen. Am letzten Tag im März geht die Schau mit einer Finissage zu ende, bei der die Besucher die Gelegenheit bekommen, die Künstlerin kennenzulernen und mit ihr über ihre Werke ins Gespräch zu kommen.
Tevzadze wurde 1973 in Georgien geboren. An der Kunstakademie in Tiflis absolvierte sie eine klassische Ausbildung mit dem Schwerpunkt Monumentalmalerei. Ende der neunzehnhundertneunziger Jahre kam sie auf Anregung ihrer Mutter nach Deutschland, zunächst als Au-pair. Später studierte sie in Mainz Kunstgeschichte und Deutsch als Fremdsprache. Trotz anfänglicher Sprachbarrieren eignete sie sich die deutsche Sprache mit großer Entschlossenheit an. Diese Erfahrung prägte auch ihre Beziehung zur deutschen Literatur nachhaltig. „Am Ende zählt nicht, was man institutionell gelernt hat, sondern ob man neugierig bleibt“, sagt Tevzadze.
Seit 26 Jahren lebt die Künstlerin in Mainz. Eine schwere Erkrankung und eine Nierentransplantation im Jahr 2011 gaben ihrem Leben und ihrer künstlerischen Arbeit eine neue Richtung. Seither bestimmen Dankbarkeit und der Blick auf das Wesentliche ihre Haltung und ihre Kunst. Ihre Arbeit versteht sie als einen Prozess zwischen rationalem Denken und emotionalem Ausdruck.
Ihre Malerei bewegt sich zwischen Impression und Expression. Sie ist weniger realistisch als vielmehr von Gefühlen getragen. Frauenfiguren gehören zu ihren zentralen Motiven. Sie stehen für Stärke, Geheimnis und innere Schönheit. Tevzadze arbeitet intuitiv, entwickelt Linien und Farben im Entstehungsprozess und versucht in jedem Werk, „einen flüchtigen Moment einzufangen, in dem sich der Charakter eines Menschen zeigt“.
Neben der bildenden Kunst schreibt Tevzadze Erzählungen in deutscher Sprache. Darin setzt sie sich mit Fragen nach Identität, Selbstverständnis und dem Verhältnis von Innen- und Außenwelt auseinander.
Die Vernissage im Stadtteilbüro der Mainzer Neustadt (Sömmerringstraße 35) beginnt um 19 Uhr.
Das Format „NeustART“ gibt Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, ihre Arbeiten im Stadtteilbüro zu präsentieren und den Austausch mit der Nachbarschaft zu fördern. Ziel ist es, Kunst sichtbar zu machen, das kulturelle Leben im Stadtteil zu bereichern und Begegnungen im öffentlichen Raum der Neustadt anzustoßen.
Kontakt und weitere Informationen zum Projekt „NeustART“ gibt das Quartiermanagement Neustadt.

























