
MAINZ – Die Katzenhilfe Mainz ist beim 32. Tierschutzpreis des Landes Rheinland-Pfalz mit 4000 Euro ausgezeichnet worden. Damit würdigt das Land das ehrenamtliche Engagement des Vereins, der sich seit 1985 für Katzen in Mainz und Umgebung einsetzt.
Umweltministerin Katrin Eder verlieh den Preis. Er war in diesem Jahr erstmals mit insgesamt 10.000 Euro dotiert (zuvor 6000 Euro).
Die Ehrenamtlichen betreuen Futterstellen für Streunerkatzen, organisieren Kastrationen zur Eindämmung der Vermehrung, vermitteln tierärztliche Hilfe und kümmern sich in Pflegestellen um verwaiste Tiere bis zu deren Weitervermittlung.
„Insgesamt strebt die Katzenhilfe Mainz danach, die Katzenschutzverordnung als integralen Bestandteil ihrer Strategie zu etablieren“, sagt Maria Salgado von der Katzenhilfe Mainz. Man wolle langfristige Veränderungen herbeiführen und das Wohlergehen der Streunerkatzen in der Region dauerhaft sichern. Konkret geht es um die Etablierung von Katzenschutzverordnungen in den Kommunen der Region. Dies stelle einen entscheidenden Schritt dar, um die Herausforderungen, vor denen die Ehrenamtlichen täglich stehen, zu bewältigen und gleichzeitig das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Tierschutzes in der Gesellschaft zu stärken.

Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
Solche Verordnungen schaffen laut Salgado rechtliche Rahmenbedingungen, die alle Bemühungen unterstützen und verstärken. Damit könne der Verein effektiver tierärztliche Hilfe vermitteln und Pflegeplätze bereitstellen, da die Anzahl der verwaisten Tiere durch präventive Maßnahmen reduziert wird.
Einige Kommunen der Region haben die Verordnungen bereits beschlossen. Zu den neueren Beispielen gehören die Verbandsgemeinde (VG) Rhein-Selz, die im September 2025 die Einführung beschlossen hat, mit Inkrafttreten ab 1. März 2026, die VG Nieder-Olm mit Inkrafttreten im Oktober 2025 sowie die Gemeinde Budenheim, die im Dezember 2025 die Einführung beschlossen hat, mit Inkrafttreten ab 1. Juni 2026. Der VG Bodenheim sowie der Verbandsgemeinde Alzey-Land liegen bereits Entwürfe zum Erlass einer Katzenschutzverordnung zur Abstimmung vor.
Freilich gibt es nach wie vor spezielle Brennpunkte: In verschiedenen Vororten der Landeshauptstadt Mainz und in umliegenden Gemeinden wie der VG Bodenheim, in Zornheim und weiteren Kommunen der Region existieren zahlreiche Streuner-Kolonien. Diese Gebiete sind Schauplätze für eine große Anzahl verwilderter Katzen, die sich dort in Gruppen ansiedeln und fortpflanzen.
Laut Salgado verfolgt die Katzenschutzverordnung mehrere zentrale Ziele: Sie soll die unkontrollierte Vermehrung freilebender Katzen eindämmen, Krankheiten – insbesondere Zoonosen – vorbeugen und das Wohl der Tiere verbessern. Zudem schreibt sie die Registrierung und eindeutige Kennzeichnung, etwa durch Mikrochips oder Ohrtätowierungen, vor.
In Zahlen ausgedrückt wurden in den letzten drei Jahren insgesamt 490 Kastrationen innerhalb der rheinhessischen Kommunen veranlasst, unter anderem in Budenheim (39), in Bodenheim (63), in Mainz (127), in der VG Nieder-Olm (80) und in der VG Rhein-Selz (61). Der Tierschutzpreis des Landes wird seit 1994 vom rheinland-pfälzischen Klimaschutzministerium ausgeschrieben.
Gregor Starosczyk-Gerlach
























