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Mit Sitzungspräsident Marcus Schwalbach als Faustpfand „Die Brunnebutzer“ zeigen bei ihrer Sitzung gelungenen Mix aus eigenen Beiträgen und Gastkünstlern

Glänzte sowohl als Sitzungspräsident als auch als „Gardist“ bei seinem Heimspiel: Marcus Schwalbach. Foto: fwa

MARIENBORN – Gerade ist der erste Teil der ersten Sitzung in dieser Kampagne des Karnevalverein „Die Brunnebutzer“ vorüber. „Hat’s euch jetzt wirklich gefallen?“, will Präsident Volker Wagner wissen. Der ohrenbetäubende Jubel und Beifall des närrischen Auditoriums ist ihm gewiss. „In der zweiten Halbzeit werden wir noch mal den Saal rocken“, verspricht er. Und hält Wort. In der mehr als fünfeinhalbstündigen Sitzung zeigen die Marienborner unter dem Motto „Brunnebutzer stets voller Schwung, denn Fastnacht hält uns alle jung!“ mit einem gelungenen Mix aus kreativen eigenen Beiträgen und bekannten Gastkünstlern, warum die Tickets für die Sitzungen des Vereins in der Sporthalle Marienborn so begehrt sind. Für die kommende Kampagne sind seit Vorverkaufsstart am 16. Januar bereits zwei der drei Sitzungen (am 23. Januar 2027 und am 30. Januar 2027) sowie der Worschtowend am 14. November 2026 ausverkauft, erzählt Wagner.

Ein echtes Faustpfand der Sitzungen der „Brunnebutzer“ ist Sitzungspräsident Marcus Schwalbach, auch Kommandeur der Marienborner Kürassier Garde. Bei den Sitzungen in Marienborn gibt es aufgrund seines Amtes deshalb die Chance, ihn mit seinem Sprachwitz und trockenen Humor häufiger zu hören als nur in seiner Rolle als „Gardist“, mit der er es mittlerweile in die Fernsehfastnacht geschafft hat. Sein Vortrag in dieser Kampagne ist eine Hommage an das 100-jährige Jubiläum der Hofsänger, in deren Reihen er aufgenommen werden möchte. Dabei erlebt er natürlich allerhand Lustiges.

Die Bänkelsänger Simon Warken und Clemens Schmahl spielen gelungen Doppelpass. Foto: fwa

Ehrensitzungspräsident Hans-Karl Warken verliest das Protokoll, spricht dabei messerscharf nicht nur über Trump, Putin und die Bundespolitik, sondern schreckt auch vor vermeintlich unpopulären Themen wie Kritik am Arbeitseifer der jungen Generation oder am Verhalten einiger Mainz 05-Fans nicht zurück. Wem da bei so manchem ernsten Thema das Lachen im Hals steckengeblieben ist, der gewinnt es bei Vorträgen wie von „Apotheker“ Jens Baumgärtner zurück. Der hatte zuletzt einen Kunden, der sich Sorgen um seine Gesundheit mache, weil er einen Eiswürfel verschluckt habe, der nicht wieder herausgekommen sei. Seinen Kunden empfehle er stets die „Apotheken-Umschau“ oder „Rentner-Bravo“, wie er sie nennt – mit Vorstellung von Krankheiten: „Viele suchen sich dort aus, was sie als nächstes kriegen.“

Ein Selbstläufer ist immer auch „Pizzabäcker“ Ciro Visone, der von seinen Erlebnissen mit den Frauen berichtet, bevor er am Ende seines Auftritts – von den Narren stürmisch gefordert – seinen Party-Hit „Ciro, mach Amore mit mir“ singt. Überhaupt ist der Anteil an Gesangsauftritten bei der Sitzung sehr hoch. Bei den Bänkelsängern Simon Warken (seit Kindesbeinen an bei den „Brunnebutzern“ Aktiver) und Clemens Schmahl steht das Thema Vögel im Vordergrund. Sie machen deutlich, dass ihnen die Stadt beim Vergrämen der Saatkrähen zu langsam reagiert. Lustig machen sie sich auch über die Überlegung, den nach Mannheim versetzten Flamingos im Stadtpark ein Denkmal zu setzen. Ein mögliches Auswahlverfahren bei der Bundeswehr besingen sie mit „Ich glaub, mich trifft das falsche Los“.

Das Männerballett „First Generation“ (Dienheim) hatte sich für seinen Auftritt ein italienisches Motiv überlegt. Foto: fwa

Die Menge zum Toben bringt Eigengewächs Kevin Wagner mit seinen Stimmungshits „Mein Meenz“, „Rot-Weiß-Blau-Gelb“ und „Sophia Loren“ kurz vor dem Ende. Direkt nach der Pause waren die „Amigos del Sol“ mit Songs wie „Mainz allez“ und „Finger weg vom Alkohol“ dran. Zum Schluss heißt es bei der Altrheingarde unter anderem „Das Leben ist schön“ und natürlich ist es auch der Traum der Narren, Gardist zu werden.

Selbstverständlich gab es auch fürs Auge feine Darbietungen, gezeigt von den Damen-Balletts „Xpressive Dance“ (Mainzer Klepper-Garde), die an den Polarkreis entführten, und Magic Moves (Guntersblum). Und auch das Männerballett „First Generation“ (Dienheim) testete die Grenzen der Bühne. Musikalische Klänge gab es bei der Sitzung außerdem noch von „Straßenmusikant“ Pit Rösch, „Dobbelbock“ und Oliver Mager. Einen Vortrag hielt auch „Willigis“ Gunther Raupach. Zudem trugen der Musikzug der Garde der Prinzessin mit dem Einmarsch und die Kapelle Music4you zum sehr schönen Abend bei.

fwa