
GONSENHEIM – Die Gonsenheimer Kanonikus-Kir-Schule soll einen Neubau bekommen. Dafür werden die Schüler ab 2025 zum Teil für mehrere Jahre in einen Interimsbau umziehen. Der Neubau für die Schule, unter deren Dach Realschule plus und Fachoberschule angesiedelt sind, soll spätestens 2031 bezugsfertig sein. Diesen Zeitplan teilte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) dem Ortsbeirat Gonsenheim mit.
„Dass der Neubau erst 2031 steht, ist schockierend”, kritisierte Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU). „Das traue ich mich gar nicht, der Schulleitung mitzuteilen.” Schließlich sei die Schule schon seit Jahren in einem „sehr maroden Zustand”, wie Eltern, Lehrer und Schüler laut Flegel zu recht bemängeln. Mathias Huber (CDU) erinnerte daran, dass seit 2012 über das Thema Neubau gesprochen werde. Also werde es insgesamt 20 Jahre von der ersten Begehung bis zur Fertigstellung dauern, rechnete Flegel vor. Seit 2018 habe die Aufsichtsbehörde den Ersatzneubau genehmigt, das Raumprogramm habe das Land im Dezember 2022 genehmigt, schilderte Grosse den Zeitablauf. Der Neubau wird auf reine Baukosten von rund 32,8 Millionen Euro für das Schulgebäude und rund 6,6 Millionen Euro für die Sporthalle geschätzt.
Geplant ist laut Grosse ein viergeschossiger Baukörper mit zwei Innenhäfen und einem überdachten zentralen Atrium. Die Zweifeld-Sporthalle mit Nebenräumen solle im Norden unmittelbar an das Schulgebäude anschließen. „Für die Durchführung der Bauarbeiten im laufenden Schulbetrieb wird eine Interimslösung mit Teilnutzung des bestehenden Schulgebäudes erforderlich”, so die Baudezernentin. „Die Bauarbeiten werden in Bauabschnitten mit sukzessivem Abriss der Bestandsgebäude realisiert.”
Im Neubau soll das pädagogische Konzept einer Cluster-Schule umgesetzt werden. In Cluster-Schulen gibt es statt Klassenräumen offene Raumkonzepte mit Lern- und Gruppenbereichen. Das Land Rheinland-Pfalz gibt dies in seiner neuen Schulbaurichtlinie vor. Derzeit wird laut Grosse die Vorentwurfsplanung mit der Aufsichtsbehörde ADD abgestimmt, danach steht die schulbehördliche Genehmigung an. In den nächsten Schritten folgen mit den fertigen Plänen die Bauantragsstellung sowie danach die Werkplanung und Ausschreibung der Bauleistungen. Wenn der Neubau steht und das Interimsgebäude und alle Altbauten abgerissen sind, sollen bis Ende 2031 im letzten Schritt noch die Außenanlagen gestaltet werden.
Autorin: Silke Jungbluth-Sepp