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Neuer Ort, neue Stimme für junge Menschen Nackenheim setzt auf mehr Sichtbarkeit und Beteiligung für junge Menschen

Stimmabgabe bei der Wahl zur Jugendvertretung in Nackenheim: Ein Jugendlicher wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Foto: Gemeinde Nackenheim

NACKENHEIM – Wenn der Jugendtreff in Nackenheim ab April 2026 an den Marktplatz in die Vereinshalle der Arbeiterwohlfahrt zieht, verändert sich nicht nur eine Adresse. Der Wechsel zeichnet auch den Perspektivenwechsel nach: Der neue Standort rückt die Jugend in den Mittelpunkt des Ortes und zeigt den Kurs an, den Nackenheim erkennbar eingeschlagen hat: Kinder und Jugendliche sollen sichtbarer werden, bessere Freizeitmöglichkeiten vorfinden und sich stärker in das Gemeindeleben einbringen können.

Die Entwicklung mit konkreten Maßnahmen, die seit der Kinder- und Jugendversammlung 2024 im Ort Spuren hinterlassen hat, führt die Gemeindeverwaltung gerne als Beleg für den Anspruch, kinder- und jugendfreundlich zu sein.

Was ist aber alles passiert? Aus der Verwaltung heißt es: Einiges, und als Beispiele dafür werden folgende Projekte aufgeführt: Auf der Freizeitanlage wurde eine Graffiti-Wand geschaffen, für die Bellenäcker-Unterführung ist ein weiteres Graffiti-Projekt in Planung. Auch bei Sport- und Bewegungsangeboten wurden Vorhaben angestoßen: So wurde ein Förderantrag für zwei Multi-Sportanlagen als Ersatz für das Beach-Soccerfeld gestellt, zudem sind neue Elemente für die Dirt-Bike-Anlage vorgesehen.

Hinzu kamen sichtbare Verbesserungen auf Spiel- und Freizeitflächen. Auf der Freizeitanlage entstand die neue Calisthenics-Kletteranlage „Extreme“, der Spielplatz „Sprunk“ wurde mit neuen Spiel- und Klettergeräten aufgewertet, am Spielplatz in der Weinbergstraße wurde ein neuer Basketballkorb installiert. Auch ein Stromanschluss für die Freizeitanlage gehört zu den Maßnahmen, mit denen der Ort für Kinder und Jugendliche nutzbarer werden soll.

Parallel dazu hat Nackenheim Ende 2025 auch die politische Beteiligung junger Menschen neu aufgestellt. Am 24. November 2025 fand im Rahmen der jährlichen Kinder- und Jugendversammlung die konstituierende Sitzung der neu geschaffenen Jugendvertretung statt. Erstmals in der Geschichte der Gemeinde wurde damit ein offizielles Gremium eingerichtet, das junge Menschen an kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen beteiligen soll. Der Gemeinderat hatte zuvor die Einführung einer offenen Jugendvertretung beschlossen und eine entsprechende Satzung verabschiedet.

Bei der konstituierenden Sitzung wählten die Jugendlichen Julius Stahl (16 Jahre alt) zum Vorsitzenden und Jakob Pfersdorf (15) zum stellvertretenden Vorsitzenden. Ortsbürgermeister René Adler (FWG) verpflichtete beide per Handschlag und führte sie offiziell in ihr Amt ein. Ein Interview mit den Beiden findet sich hier. Adler verband die neue Struktur mit dem Ziel, junge Menschen früh für die Gremienarbeit zu begeistern und in Entscheidungsprozesse einzubinden.

Die beiden Jugendlichen selbst beschreiben im Interview ihren Einstieg nüchtern und engagiert.  Konkrete inhaltliche Schwerpunkte wollten sie kurz nach dem Start noch nicht benennen. Ein zentrales Thema ist für die beiden schon jetzt die Frage, wie sich nicht nur ein kleiner Kreis ohnehin politisch interessierter Jugendlicher erreichen lässt, sondern die Breite der jungen Menschen im Ort. Dafür setzen sie auf ein möglichst offenes und entspanntes Umfeld, in dem Vertrauen und Offenheit wachsen können. Informieren wollen sie über einen eigens eingerichteten Instagram-Auftritt, per E-Mail an:  jugendvertretung@nackenheim.de und perspektivisch auch über eine eigene Website. Zudem hoffen sie auf eine enge Zusammenarbeit mit der Schülervertretung des Gymnasiums in Nackenheim.