
OPPENHEIM – Das musikalische Jahr 2025 in Oppenheim ist so vielfältig wie die Räume der Katharinenkirche selbst. Das Konzertprogramm steht im Zeichen des Jubiläums der Verleihung der Stadtrechte an Oppenheim und zugleich der Grundsteinlegung für die Katharinenkirche vor 800 Jahren. Wie Propsteikantor Ralf Bibiella bei der Präsentation des Musikjahresprogramms ankündigten, wird ehrenwerte Datum mit einem Ökumenischen Festgottesdienst am Pfingstmontag, 9. Juni, 10 Uhr, gefeiert. Überhaupt wird es am Pfingstfest (8. und 9. Juni) dank des Doppelkonzerts von Daniel Beilschmidt musikalisch hoch hergehen.
Zwei Orgeln, zwei Programme, ein Interpret: In Nierstein spielt der Leipziger Universitätsorganist Daniel Beilschmidt am Pfingstsonntag die eigens für die Orgel bearbeiteten neben den dreistimmigen Sinfonien von Johann Sebastian Bach und dem „Mikrokosmos“ von Zoltán Kodály auch das „Veni creator“ von Maurice Duruflé. An Pfingstmontag nach spielt der Organist um 18 Uhr wiederum in der Katharinenkirche neben einigen eigenen auch erneut die Werke von Bach, Erin Satie, Charles Tournemire und Oliver Messiaen.
Den Auftakt in das Musikjahr macht am 4. Mai ein Poesie-Gottesdienst unter dem Motto „Gottes und des Menschen Freude an der Schöpfung“ mit Gedichten und Lesungen, die Klangsteinkünstler Arthur Schneiter (Schweiz) begleitet. „Das ist eine ganz besondere Art, Klänge zu erzeugen, weil es nicht mit unserem Musiksystem zu tun hat“, so Bibiella.
Auf einen musikalischen Spazierganz begeben sich die Kantorei und Bläserensemble St. Katharinen mit Orgelklängen im Rahmen der Oppenheimer „Fete de la misique“ am 21. Juni (19 Uhr).
Authentischen afroamerikanischen Klang bringt der Gospelchor aus Paris (Ensemble Gospel-River) am 29. Juni in die Region und singt im Westchor der Katharinenkirche zum Gottesdienst am 29. Juni, 10 Uhr. Am Vortag bietet das Gospel-Ensemble in der Martinskirche in Nierstein einen Workshop an.
Am 27. Juli, 11.30 Uhr, lädt die Sommermatinée im Westchor auf eine musikalische Zeitreise ins Mittelalter mit Klara vom Querenburg (Sabine Lindner) ein. Im September reiht sich ein Höhepunkt an den nächsten: Am 7. feiert die Kinderoper „Vom Sieg der Treue“ mit Musik Ludvig van Beethovens Oper „Fidelio“ ihre Premiere, am 14. September, dem Glockentag, stehen Orgel- und Glockenklänge im Fokus des Tags des offenen Denkmals. Am 19. September folgt das traditionsreiche Format „Höre, Trinke, Genieße“, bei dem Wein und Musik zu einer sinnlichen Einheit verschmelzen.
Das Musikjahr würdigt auch den 150. Geburtstag von Albert Schweitzer (ein gesonderter Artikel folgt). Das Preisträgerkonzert des Albert-Schweitzer-Orgelwettbewerbs am 28. September wird von einem Vortrag und einer Ausstellung zum Leben Schweitzers begleitet. Symphonisch wird es am 12. Oktober, 17 Uhr, mit Mendelssohns „Lobgesang“. Am 19. Oktober überrascht ein Konzert mit Orgel und Marimbaphon, bevor am 2. November die Mainzer Hofsänger zu einem Benefizkonzert für den geplanten Orgelneubau laden (ein gesonderter Artikel folgt).
Besinnlich klingt das Jahr aus: Das Weihnachts-Chorkonzert erst am 3. Advent vereint mitteldeutschen Barock mit Posaunenquartett und Orgel. Den Abschluss des Jahres bildet ein musikalisches Ausrufezeichen: Hans-Ola Ericsson interpretiert am 31. Dezember François Couperins „Messe des parroises“ – laut Bibiella werde dieses „außergewöhnliches Werk“ in Oppenheim um Lyrik und Malerei ergänzt. Die Bilder zu den Gedichten von Katrin Bibiella hat nämlich der bekannte Organist gemalt.
Für das Jubiläumsjahr kündigt sich somit ein interessantes Konzertjahr, das Tiefe, Vielfalt und Klangfülle mit jener Art der Resonanz verbindet, die einer Stadt ihre Historie verleiht.