
MAINZ – Reinhold Petermann hat das Gesicht von Mainz geprägt. Seine Skulpturen, Reliefs und Plastiken sind im Stadtbild bis heute präsent. Der Bildhauer, 1925 in Boos an der Nahe geboren und 2016 gestorben, zählt zu den prägenden Künstlern der Nachkriegszeit.
Zum 100. Geburtstag erinnert die Landeshauptstadt Mainz mit einer umfassenden Retrospektive an den Bildhauer. Kuratiert von seiner Tochter, der Autorin und Journalistin Barbara Petermann, versammelt die Ausstellung im Zentrum Baukultur ikonische Werke aus dem öffentlichen Raum – teils in kleineren Fassungen – sowie Tierplastiken, abstrakte Skulpturen, Reliefs und Aquarellstudien. Die Schau mit dem Titel „Reinhold Petermann – 100 Jahre – Kunst im öffentlichen Raum“ eröffnet am Donnerstag, 9. Oktober 2025, um 18.30 Uhr.
In seinem Werk setzte er sich intensiv mit Körperlichkeit, Bewegung und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander. Erste Holzschnitzereien entstanden während seiner Kriegsgefangenschaft in Schottland. Nach dem Krieg studierte er an der Landeskunstschule Mainz bei Emy Roeder und Heinz Müller-Olm. Dort entwickelte er eine eigene, unverwechselbare Formsprache: klare Linien, kraftvolle Ausdrucksstärke und eine spürbare Nähe zum Material.
Reinhold Petermann wurde 1925 im rheinland-pfälzischen Boos an der Nahe geboren. Nach einer Ausbildung zum Drucker geriet er im Zweiten Weltkrieg in britische Kriegsgefangenschaft nach Schottland. Dort entstanden erste Holzschnitzereien, die den Entschluss reifen ließen, Bildhauer zu werden. Von 1946 bis 1951 studierte er an der Landeskunstschule Mainz bei Heinz Müller-Olm und Emy Roeder, bei der er später Meisterschüler wurde.
Petermann gehörte zu den Gründungsmitgliedern der „Neuen Gruppe Rheinland-Pfalz“, war Mitglied im Bund Bildender Künstler Rheinland-Pfalz sowie im Kunstverein Eisenturm. 1951 begann er seine Tätigkeit als Restaurator am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz, wo er fast vier Jahrzehnte lang arbeitete und mit neuen Materialien wie Polyester und Acryl experimentierte. 1964 erhielt er das Förderstipendium des Landes Rheinland-Pfalz, ein Jahr später übernahm er einen Lehrauftrag am Institut für Kunsterziehung der Johannes Gutenberg-Universität, wo er die Fächer „Technologie der Plastik“ und „Aktzeichnen“ vertrat.
Seine Werke wurden in zahlreichen Städten des In- und Auslands gezeigt, darunter New York, Paris, St. Petersburg und Kaliningrad. Neben Ausstellungen nahm er auch an internationalen Symposien teil. Viele seiner Arbeiten finden sich bis heute an öffentlichen Gebäuden und Plätzen. Nach seiner Pensionierung leitete er Sommerkurse im eigenen Atelier in Mainz. 2005 wurde er mit dem „Gaab-Teller“ der Stadt Mainz ausgezeichnet. Dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 2016.
Bis zum 28. Oktober sind die Arbeiten des künstlers jeweils von Mittwoch bis Freitag zwischen 14 und 18 Uhr im Zentrum Baukultur im Brückenturm, Rheinstraße 55, zu sehen. Begleitet wird die Retrospektive von einem umfangreichen Programm. Den Auftakt macht am Dienstag, 7. Oktober, die Ausstellung „Reinhold Petermann 100 Jahre – ein Mainzer Bildhauer“ im Stadthaus Große Bleiche.
Am Freitag, 10. Oktober, lädt die Stadt Mainz im Stadthaus Große Bleiche zu einem Festakt mit Rednerinnen und Wegbegleitern ein. Eine Filmvorführung mit anschließender Führung durch die Ausstellung folgt am Freitag, 24. Oktober. Den Schlusspunkt setzt am Sonntag, 26. Oktober, eine Führung über den Campus der Johannes Gutenberg-Universität mit anschließendem Rundgang durch die Kirche St. Johannes Evangelist in Mainz-Münchfeld. Begleitet wird dieser Termin von Dr. Justus Jonas, Treffpunkt ist das Philosophicum beziehungsweise die Schule des Sehens.
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