Start Kultur St. Martinsumzüge 2023 Tradition Unterschiedliche Wege in Bodenheim und Nackenheim

St. Martinsumzüge 2023 Tradition Unterschiedliche Wege in Bodenheim und Nackenheim

El Greco (Domenikos Theotokopoulos) (Greek, 1541 - 1614 ), Saint Martin and the Beggar, 1597/1599, oil on canvas with wooden strip added at bottom, Widener Collection

BODENHEIM/NACKENHEIM – „Laterne, Laterne, …“: Jedes Jahr um den 11. November herum ziehen üblicherweise Scharen von Kindern mit bunten Laternen durch die dunklen Straßen, hören die Legende vom römischen Soldaten, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt und trällern dabei Martins- und Laternenlieder. Doch es ist beileibe keine uralte Kindertradition, sondern bereits die frühen Christen kannten Lichterprozessionen, mit denen sie vermutlich auch den Heiligen Martin an seinem Gedenktag ehrten. Zudem entzündeten die Menschen einst häufig im November Feuer auf den abgeernteten Feldern – zum Dank für die Ernte und als symbolischen Abschied vom Erntejahr. Im Lauf der Zeit verlagerten sich die herbstlichen Lichterumzüge auf den 11. November, den Gedenktag des heiligen Martin. Einen Martinsritt im eigentlichen Sinn, bei dem St. Martin, gefolgt von einer Laterne tragenden und singenden Kinderschar, durch die Straßen reitet, soll es hingegen erstmals 1886 in Düsseldorf gegeben haben.

In seiner Rolle als kinderfreundlicher Geschenkebringer wurde Sankt Martin übrigens im Laufe der Jahre vom heiligen Nikolaus oder dem Weihnachtsmann abgelöst. Geblieben aber sind die Laternen. Und die Lieder: „Martin ist ein frommer Mann. Zündet ihm die Lichter an.“ oder „Ich geh‘ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.“ Die erklingen auch traditionell in den Ortsstraßen von Bodenheim und Nackenheim – dieses Mal jedoch in unterschiedlichen Ausführungen:

In Nackenheim startet der St. Martinsumzug am 11. November um 18 Uhr in der Pommardstraße vor dem Schulzentrum. Nach einem kleinen Programm auf dem Schulhof führt der Zugweg über die Pommardstraße zum Geh-/ Radweg Karl-Arand-Straße und von dort auf den Wirtschaftsweg in Richtung Angelweiher/ Freizeitanlage.  Im Anschluss verteilt die Ortsgemeinde Martinsbrezel an die Kinder und die Kindergärten bieten Tee und Glühwein an. Das Deutsche Rote Kreuz, Ortsverein VG Bodenheim, wird wieder Würstchen verkaufen, die Jugendfeuerwehr wird das Martinsfeuer absichern. Aus organisatorischen Gründen werden die Eltern gebeten eigene Tassen für den Glühwein und den Tee mitzubringen.

In Bodenheim hingegen wird es in diesem Jahr keinen großen Sankt Martinsumzug geben. Die Erfahrungen des letzten Jahres, mit weit über 500 Teilnehmern, haben die Ortsgemeinde dazu bewegt, einen neuen Weg zu gehen. So werden sechs kleine Umzüge und Feiern in den Kindergärten der Ortsgemeinde und der katholischen Kita organisiert. So soll die Botschaft von St. Martin laut Ortsgemeinde auf eine besinnliche Weise gewürdigt werden, ohne dass sie unter einer großen Menschenmenge verloren geht, wie es im letzten Jahr der Fall war.

Diese Veranstaltungen finden zwischen dem 9. und 15. November statt, weitere Informationen dazu werden von den Kindergärten selbst bereitgestellt. Am Samstag, den 11. November, wird zudem die Kinderkirche der evangelischen Kirchengemeinde Bodenheim ein kleines Angebot präsentieren und am Sonntag, den 12. November, findet um 10:30 Uhr in der katholischen Kirche St. Alban ein Gottesdienst statt, der ein Martinsspiel der katholischen Jugend und die Begleitung durch das Blasorchester Bodenheim beinhaltet.

Michael Türk