Start Kultur Tatort Rathaus Gonsenheim Drei Gonsenheimer Krimi-Autoren lesen im Barocksaal des Rathauses

Tatort Rathaus Gonsenheim Drei Gonsenheimer Krimi-Autoren lesen im Barocksaal des Rathauses

Kristina Diller, Gunnar Schwarting, Rafael Bravo, Doris Ahnen, Michael Opoczynski und Gudrun Schneider-Bauerfeind (v.l.)) freuen sich auf die Lesung im Barocksaal. Foto: Elke Fauck

GONSENHEIM – In der Woche der Mainzer SPD standen die drei Gonsenheimer Krimi-Autoren Gunnar Schwarting, Michael Opoczynski und Rafael Bravo der Landtagsabgeordneten Doris Ahnen (SPD) Rede und Antwort, um ihre Werke und Auszüge aus ihren Büchern zu präsentieren.

„Normalerweise schreibe ich langweilige Sachbücher“, begann Schwarting seine Vorstellung. Doch zum Krimischreiben komme er gelegentlich durch Zufälle. So entstand etwa ein kriminalistisches Werk durch die Suche nach einem Geschenk für eine gute Freundin seiner Frau, ein anderes während einer New-York-Reise.

Rafael Bravo tendiert eher zu fiktionalen Krimis und lässt seiner Fantasie freien Lauf. Ihm ist es allerdings wichtig, die Orte, in denen die Geschichten spielen, zu kennen. Michael Opoczynski, aus dessen Feder bereits vier veröffentlichte Kriminalromane entsprangen, war bis  zum Renteneintritt 2014 Moderator der ZDF-Sendung WISO. Der Journalist schöpft seine Themen aus dem Füllhorn seines Berufslebens.

„Der Killing Priest“ von Gunnar Schwarting spielt 2013 in New York, als Mary Bann und ihr kleiner Bruder am Ufer des Hudson in New Jersey ein Paket finden. Neugierig öffnen sie es und entdecken den Torso einer Frauenleiche.  Zwei Tage später ein weiterer Fund: die andere Hälfte der Leiche. Erste Vermutungen der Ermittler ergeben, dass es sich um eine Irin handelt, die in „Slaughter House“, einer Abtreibungsklinik, gewesen ist. Auch die Vermutung der Identität der vermissten Tochter eines gewissen Herrn Faurot konnte nicht bestätigt werden, denn die junge Frau aus Ungarn war in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die USA ausgewandert und brach den Kontakt zu ihrem Vater ab. Die Blutspuren führen auf Umwegen über den Aschaffenburger Raum zu einem Kaplan in Gonsenheim. Die Details sind viel zu spannend um zu verraten. Wir verraten nur, dass das Buch im Buchhandel käuflich zu erwerben ist.

Rafael Bravos neues Buch „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ spielt in Mainz und wer sich in Mainz und seinen Vororten auskennt, sieht sich selbst mitten im Geschehen. Johannes Reimer trifft in einem Gasthaus nahe seiner Wohnung, die sich in der Mombacher Emrichruhstraße befindet, auf Böcke. Nach einem geselligen Beisammensein verabschiedet sich Böcke und tritt den Heimweg an. Doch nach kurzer Zeit kommt er zurück und berichtet von einer Leiche, die er in der Lindenstraße gesehen habe. Dabei handelt es sich um den katholischen Gemeindepfarrer, der ein Tuch mit den Regenbogenfarben um den Hals hat. Weitere Nachforschungen werden als Hetzkampagne gegen die queere Gemeinschaft verhindert. Bravos Fiktion geht so weit, dass Europa im Umbruch ist und in einigen Ländern die katholischen Fundamentalisten die Regierungsmacht übernommen haben. Nicht nur im Buchhandel, sondern auch bei einer seiner zahlreichen Lesungen im Mainzer Raum ist das Buch zu erhalten.

Die bisherigen Kriminalgeschichten von Michael Opoczynski spielten weitestgehend in seiner Geburtsstadt Berlin. Doch die Frage seines Krimi-Kollegen Gunnar Schwarting „Warum immer Berlin?“, wo er doch mittlerweile seit einigen Jahrzehnten in Gonsenheim wohnt, regten ihn zum Nachdenken an und er versetzte den Schauplatz nach Gonsenheim. Was bleibt, sind weiterhin nicht vollständig aufgearbeitete Themen aus seinem Berufsleben als Redaktionsleiter und Moderator bei WISO.

In seinem neuesten Krimi, der noch in Arbeit ist und derzeit den Arbeitstitel „Gruppo plus eins“ trägt, wird eine mittelständige Firma in der Rheinstraße verkauft. Kurz darauf wird der Verkäufer im Büro des Betriebsratsvorsitzenden tot aufgefunden. Das Ermittlerteam, zu dem sich nun noch Traudl Resch und ihr pfiffiger Hund Baga gesellen, fahren an den Zollhafen, wo Nikolaus Naumburg  „An den Grachten 12“ wohnt. Als die Ermittler ein wertvolles Kunstwerk, das zum Firmenkapital gehört, in Naumburgs Wohnung entdecken, nimmt das Ermittlungsschicksal seinen Lauf.

Drei leidenschaftliche Krimi-Autoren mit unterschiedlichem Genre, und dennoch ist jedes einzelne Werk sehr empfehlenswert. Wer sich für den weiteren Verlauf und den Ausgang der letzten Tat interessiert, muss leider noch etwas warten. Doch um die Wartezeit zu verkürzen, helfen die Krimis der beiden anderen Autoren und die ersten vier Werke von Michael Opoczynski.

Elke Fauck