Start Gesellschaft Teure aber notwendige Investitionen VG-Bürgermeister Spiegler stellte Haushaltsplan vor

Teure aber notwendige Investitionen VG-Bürgermeister Spiegler stellte Haushaltsplan vor

NIEDER-OLM – Eine Nachricht könnte die Verbandsgemeinde (VG) Nieder-Olm werbewirksam vermarkten: 2024 werde die Gebietskörperschaft schuldenfrei sein, rechnete VG-Bürgermeister Ralph Spiegler (SPD) bei der Vorstellung des umfangreichen Haushaltsplanes für 2024 vor. Lag die symbolische Schuldenlast je Bürger in 2008 noch bei 323 Euro und vor zehn Jahren bei 124 Euro, wird sie durch die Tilgung des letzten Kredites nun bei null Euro ankommen. Gleichwohl dürfte dieses Haushaltsmerkmal nicht von Dauer sein. Will die Verwaltung auch in der Zukunft effizient arbeiten, kommt sie an Investitionen nicht vorbei. Allein aus den Einnahmen oder den liquiden Mitteln, lassen sie sich nicht finanzieren, deutete Spiegler an.

Damit sie den Anschluss nicht verpasst, will die Verwaltung 2024 rund vier Millionen Euro in Investitionen stecken. Nach Abzug der Einzahlungen beispielsweise durch Fördergelder verbleiben bei der VG in diesen Haushaltspart rund 3,6 Millionen Euro. Wie knifflig indes die Entscheidungen zwischen „unbedingt notwendig“ und „kann verschoben werden“ bisweilen ausgefallen seien, illustrierte der Chef der Verwaltung am Beispiel eines Traktors für 120.000 Euro, dessen Anschaffung seit drei Jahren verschoben werde. Jetzt wird er gekauft.

Auf die Zukunft hin orientiert, will die Verwaltung ein benachbartes Grundstück für eine notwendige Erweiterung erwerben. „Die Gespräche laufen.“ Den Kaufpreis sollen sich die VG mit der Stadt Nieder-Olm teilen. Im VG-Haushaltsplan sind für den Zwei-Drittel-Anteil eine halbe Million Euro veranschlagt worden.

Für den sicheren administrativen Geschäftsalltag will die Verwaltung rund 130.000 Euro für die Korrekturen der IT-Technik ausgeben, davon 80.000 Euro für eine bessere Firewall. Für die Digitalisierung der Akten rechnet sie zusätzlich mit 270.000 Euro.

Zu weiteren Investitionen gehören unter anderem: ein ML-Fahrzeug (242.000 Euro) für die Feuerwehr in Zornheim, die digitale Telefonanlage für die Gerätehäuser (80.000 Euro). Erst 2025 bekommen die Floriansjünger aus Essenheim und Jugenheim ihre Fahrzeuge, die Jugenheimer ihren Einsatzleitwagen sogar erst 2026. Neben unterschiedlichen Unterhaltungsmaßnahmen an die Grundschulen – etwa 460.000 Euro kostet die (Dach-)Sanierung in Zornheim – sollen beispielsweise mobile Klassenzimmer, früher auch als Container-Klassezimmer bezeichnet, die bei steigenden Schülerzahlen für zwei Klassen der Burgschule temporär benötigt werden, für insgesamt knapp 200.000 Euro angeschafft und hergerichtet werden. Der Austausch von Smartboard-Tafeln an den Grundschulen kostet 185.000 Euro, die neuen Firewalls knapp 50.000 Euro. Für die Planungskosten der Turnhalle in der Grundschule in Ober-Olm stellte die Verwaltung weitere 100.000 Euro ein.

Gregor Starosczyk-Gerlach