
MOMBACH – Das Ergebnis war nach dem Abpfiff eigentlich nur noch zum Vergessen. Die 0:7-Niederlage des TSV Schott Mainz am 27. Spieltag der Fußball-Regionalliga Südwest fiel am Ende auf heimischem Kunstrasen auf der Bezirkssportanlage in Mombach drastisch aus. Entscheidend für den Verlauf der Partie war aber nicht erst die Höhe des Ergebnisses, sondern die Phase nach gut einer halben Stunde. Bis dahin zeigte die Mannschaft von Samuel Horozovic eine Leistung, die durchaus Hoffnung machte. Danach begann der tatsächliche Absturz: mental wie taktisch.

Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
In den ersten 30 Minuten knüpfte der abstiegsbedrohte TSV Schott an Auftritte an, mit denen die Mannschaft zuletzt überzeugt hatte. Das erinnerte an das erfolgreiche Pokalspiel ebenso wie an den sehenswerten Regionalliga-Derbysieg gegen die 2. Mannschaft von FSV Mainz 05 am Bruchweg, als Schott mit Kombinationsfußball überzeugte. Auch gegen den FC 08 Homburg war davon zunächst einiges zu sehen. Die Mainzer verwickelten die Gäste mit ihrem Passspiel in intensive Duelle, während Homburg zunächst häufiger mit langen Bällen in die Spitze den Weg nach vorn suchte. Doch auch da zeigte der Tabellenfünfte mit präzisen und schnellen Pässen, dass er das Fußballhandwerk versteht.
Vor allem Jakob Roden setzte in dieser Phase Akzente und knüpfte an seine starke Leistung aus dem Mainz-Spiel an. Bereits in der zweiten Minute spielte er gekonnt El Mahaoui an. In der vierten Minute leitete Jost Mairose einen weiteren guten Angriff ein, spielte auf El Mahaoui, der den Ball zu Mairose zurücklegte. Dessen Abschluss ging jedoch über die Latte. In der 13. Minute war es erneut Roden, der sich durch die Mitte durchsetzte, Homburger Abwehrspieler an sich abprallen ließ und den Ball Richtung Tor brachte, ehe dieser noch zur Ecke abgewehrt wurde. Auch Torwart Robin Balters zeigte in dieser Spielphase sehenswerte Paraden und hielt Schott zunächst im Spiel.
Das Gegentor in der 33. Minute durchkreuzte Schotts bis dahin ordentliche Spielentwicklung. Der Treffer unterstrich die Qualität des höher platzierten Gegners. Kurz darauf folgte der nächste Rückschlag: Nach einem Handspiel entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter, Roden sah Rot und musste vom Platz. Damit kippte die Partie endgültig.
Horozovic sprach nach dem Spiel von einem „Genickbruch“. Seine Mannschaft sei bis zu diesem Moment gut in der Partie gewesen, „wie eine Fortsetzung von letzter Woche“. Auch danach wäre, so seine Einschätzung, noch etwas möglich gewesen. Mit dem Elfmeter und dem Platzverweis sei es gegen einen Gegner wie Homburg in Unterzahl aber „sehr, sehr schwierig“ geworden.
Nach dem Wiederanpfiff ging bei Schott in Unterzahl kaum noch etwas. Homburg nutzte die Räume konsequent und schraubte das Ergebnis mit Treffern in der 52., 56., 63., 80. und 87. Minute in die Höhe. Die Treffer waren dabei allesamt sehenswert. Beispielhaft dafür stand das 0:3 aus Mainzer Sicht, als Kaan Inanoglu per Fallrückzieher traf. Beim 0:4 stieg Inanoglu dann unbedrängt zum Kopfball hoch und netzte ein. Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Miguel Fernandes Gonçalves, der beim 0:6 mit einem Schuss aus dem Mittelfeld unter die Latte traf und sich damit durchaus für das Tor des Monats empfahl. In der Nachspielzeit drohte sogar noch das 0:8.
Trotz der Niederlage ordnete Horozovic das Ergebnis differenziert ein. Der Sieg Homburgs sei „in der Höhe verdient“ gewesen. Zugleich sei das 0:2 aus Sicht seiner Mannschaft in Unterzahl dennoch zu hoch ausgefallen.
Sein Blick gehe nach vorn, erklärte Horozovic. Nach einem freien Sonntag hatte Schott am Montag wieder das Training aufgenommen. Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt ihm nicht, da bereits am Freitag (10. April, 19 Uhr) das nächste Spiel beim Tabellenzweiten SG Sonnenhof Großaspach ansteht.
Fußball-Regionalliga Südwest, 29. Spieltag: TSV Schott Mainz – FC 08 Homburg 0:7 (0:2)
Tore:0:1 El Helve (33.), 0:2 El Helve per Handelfmeter nach Platzverweis gegen Roden, 0:3 Inanoglu (52.), 0:4 Inanoglu (56.), 0:5 Qenaj (63.), 0:6 Fernandes Gonçalves (80.), 0:7 Busch (87.).
Aufstellung TSV Schott Mainz: Balters – Blum (Wust, 86.), Robotta (Wiltink, 86.), Gans, Neal – Bohl (Onangolo, 63.), Portmann (Horozovic, 46.), Mairose, El Mahoui, de Sousa Oelsner (Just, 63.), Roden.
























