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Wein ist ein Stück Kultur

HECHTSHEIM – Der Wein ist ein Stück Kulturgut. Das sagte Otto Schätzel, ehemaliger Direktor der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim, jetzt bei seinem Vortrag „Wein aus Hechtsheim und Rheinhessen, seine Bedeutung für Mainz als Great Wine Capital“ im evangelischen Gemeindezentrum. Eingeladen hatte der Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte mit seinem Vorsitzenden Ottmar Schwinn in seiner Veranstaltungsreihe zu „50 Jahre Eingemeindung“. Dabei spannte Otto Schätzel den Bogen von den historischen Anfängen in der Römerzeit bis in die Gegenwart.

„Wein und Kultur sind untrennbar miteinander verboten“, erläuterte Schätzel zu Beginn den rund 80 interessierten Zuhörern. Urbar gemacht durch die Kelten und kultiviert durch die Römer, lag die Bedeutung des Weins im Mittelalter bei den Klöstern. Der älteste Weinberg wurde 733 in Bretzenheim erwähnt, gekauft vom Kloster Fulda. Erste bekannte Rebsorten in der Region waren etwa der Riesling Wormser Liebfrauenmilch und ein Ingelheimer Spätburgunder. In den 70ern gab es eine „süße Welle“ mit vielen Beerenauslesen, nach dem Glykolskandal wurde in Rheinhessen verstärkt auf Rotweine umgesattelt. Aber auch das änderte sich. Heute ist der Riesling die meist angebaute Rebsorte vor dem Müller-Thurgau. Zur Unterstützung seines Vortrags zeigte Schätzel viele alte Fotos und auch Gemälde, etwa vom „Roten Hang“ in Nierstein.

Zuvor hatte Winzervereinsvorsitzender Marcus Clauß die Hechtsheimer Winzer vorgestellt. Es gibt 18 Hechtsheimer Weinbaubetriebe, 14 Winzer füllen selbst ab. Neben der kleinen Hechtsheimer Gemarkung gibt es weitere Gemarkungen in Laubenheim und Bodenheim sowie im Rheingau. Zur Unterstützung der Veranstaltung gab es einen Riesling vom Hechtsheimer Kirchenstück sowie einen Grauburgunder Mainzer St. Alban und einen Spätburgunder Mainzer Domherr zu probieren.