LERCHENBERG – Jahrelange Verzögerungen und eine Endlos-Baustelle: Unendlich viel Geduld brauchten die Lerchenbergerinnen und Lerchenberger bei der Fertigstellung ihres neuen Bürgerhauses. Nun hatte der zuständige Bürgermeister Günter Beck (Grüne) gute Nachrichten in den Ortsbeirat mitgebracht. „Das Bürgerhaus wird Ende des Jahres fertig sein“, verkündete er im Gremium. Notwendig sei ein großer Vorlauf, um den Betrieb zu testen, etwa die Heizungsanlagen. Bereits nach den Sommerferien werde die benachbarte neue Kita bezogen. Diese werde zunächst eingerichtet, die offizielle Eröffnung erfolge im Anschluss. Das Tanzsportzentrum im Bürgerhaus plane eine große Veranstaltung im November.
Kritisch äußerte sich Beck zum Prozedere der vom Ortsbeirat geforderten Einrichtung einer Gastronomie im Bürgerhaus. Hier sei kein Dialog mit ihm gesucht worden. „Es ist keine kommunale Aufgabe, ein Restaurant zu planen, zu bauen und zu bezahlen“, so Beck. Die Mehrkosten für den Ausbau mit Restaurant inklusive technischer Geräte, Lagermöglichkeiten und einer Terrasse betragen laut Beck rund 480.000 Euro. „Der Stadtrat muss darüber entscheiden im Mai“, sagte Beck. Der Lerchenberg habe klare Signale gesendet, mit dem Planer sei alles abgestimmt. Ein neuer Pächter sei notwendig, der dann die anfallenden Mehrkosten über die Pacht abbezahlt.
Der Ortsbeirat begrüßte die Planungen. „Herzlichen Dank, dass es in diese Richtung weitergeht“, sagte Ortsvorsteherin Sissi Westrich (SPD). Nicht nur Catering, sondern auch eine richtige Bewirtschaftung sei für das Bürgerhaus wichtig. Denn der Lerchenberg verfüge – zehn Kilometer von der Innenstadt entfernt – nur über wenig gastronomische Infrastruktur. „Ich halte das für den richtigen Weg“, bekräftigte Andreas Michalewicz (CDU). „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Stadtrat das nicht unterstützen wird.“ Ähnlich sieht es Horst Zorn ((SPD): „Der Stadtrat wird ein positives Votum senden.“ Dr. Dirk-Michael Rexrodt (FDP) kündigte an, seine FPD-Stadtratsfraktion um Unterstützung zu bitten. „Wir wünschen uns, dass das im Stadtrat durchgeht“, bekräftigte Max Klaus (Grüne). „Wir freuen uns auch auf die Kita“, sagte Ortsvorsteherin Westrich. Das Tanzzentrum lebe, wie der „Tanz in den Mai“ deutlich mache. Am Rande der Sitzung übergaben die Bürgerinnen und Bürger dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste mit rund 550 Unterschriften: Alle wünschen sich eine Gastronomie im Bürgerhaus.
Oliver Gehrig