Start Gesellschaft Wetterfester Treffpunkt MEHRGENERATIONENPLATZ >>>Neue Hütte bietet Schutz vor Wind und Regen

Wetterfester Treffpunkt MEHRGENERATIONENPLATZ >>>Neue Hütte bietet Schutz vor Wind und Regen

Eine Hütte bietet auf dem Mehrgenerationenspielplatz in Ober-Olm Schutz vor Wind und Regen. Foto: Felix Werner

OBER-OLM – Wer in Ober-Olm den Mehrgenerationenspielplatz besucht, muss bei Sturm und Regen künftig nicht mehr den Heimweg antreten. Stattdessen findet er dort nun eine überdachte Hütte mit Sitzmöglichkeiten. Die Idee kommt von den Mitgliedern des Seniorenvereins und des örtlichen Repair-Cafés, wo technisch versierte Hobbybastler scheinbar kaputten Elektrogeräten neues Leben schenken.
Seit über zwei Jahren hatte sich eine Handvoll engagierter Ober-Olmer zum Ziel gesetzt, begleitend zum Mehrgenerationenspielplatz einen wetterfesten Treffpunkt für alle zu schaffen. Schließlicht machen Boccia oder die Bewegungsübungen an den Turngeräten bei schlechtem Wetter keinen Spaß. Wegen der unebenen Bodenverhältnisse musste dafür vom örtlichen Bauunternehmen De Luca ein festes Betonfundament gegossen werden. Allein dieser Schritt kostete mit über 4000 Euro viel Geld für die beiden ehrenamtlichen Vereine, doch die eigentliche Arbeit fing damit gerade erst an.

Die örtliche Schreinerei Wassermann besorgt das Holz, gestrichen und aufgebaut wird ebenfalls in Eigenregie. „Und dann war eigentlich klar, da muss noch eine Inneneinrichtung hin“, erklärt Wendelin Schultheis vom Repair-Café. Die zwei Bänke und den Tisch hat er selbst gebaut. Die massive Bauweise – jedes Stück wiegt über 300 Kilogramm – soll auch als „Schutz vor Vandalismus“ dienen. Das sei leider notwendig, erklärt er, zwei Glasscheiben der Hütte wurden seit Beginn des Projekts schon mutwillig beschädigt. Und schließlich war die Inneneinrichtung mit weiteren 2000 Euro auch nicht ganz billig.
Natürlich braucht das fertige Werk einen Namen, und damit ist die „Neuberghütte“ geboren. Gerade die älteren Ober-Olmer dürften sich dabei auch an eine Zeit erinnern, in der es den Neuberg als verbindendes Ackerland zum Nachbarort Klein-Winternheim tatsächlich noch gab. Das ändert sich erst in den 1970er Jahren, als der Ausbau der A63 beschlossen wird und sich eine Armada an Hydraulikbaggern, Planierraupen und Walzenzügen durch die Erdmasse frisst. Seitdem ist der Neuberg „eigentlich verschwunden“, so Schultheis. Lediglich der Gemarkungsteil an der Grenze, wo der Mehrgenerationentreff seinen Platz gefunden hat, erinnert noch an das geografische Relikt der Vergangenheit.

 

Felix Werner