
EBERSHEIM – Schwere Unruhen in Ebersheim: Vor der Ortsverwaltung rotteten sich jüngst rund 100 unzufriedene Bürgerinnen und Bürger zusammen, darunter eine stattliche Abordnung des ECV „Die Römer“. Das Ziel: die Machtübernahme in Ebersheim und der Sturz von Ortsvorsteherin Anette Odenweller. „Über Fastnacht müsst ihr aus dem Rathaus raus!“, riefen ECV-Präsident Markus Weiß und sein Vize Josef Ritzinger in Richtung Ebersheimer Ortsverwaltung, wo sich Anette Odenweller gemeinsam mit der zur Hilfe geeilten Ordnungsdezernentin Manuela Matz verschanzt hatte.

„Die Römer, also der ECV, die machen hier eine Riesenschau“, konstatierte Manuela Matz vom Rathausfenster heraus. Sie versuchte, die Menge zu beschwichtigen. „Die Packstation kommt“, versprach sie den Ebersheimerinnen und Ebersheimern. Und auch das Gutachten zur Rheinhessenstraße sei auf dem Weg. Die Menge kommentierte das höhnisch mit einem „Uiuiuiuiuiuiui“. Anette Odenweller lobte sich selbst, dass die Parkplätze und der Zaun am Friedhof repariert worden seien.
Doch die Menge ließ sich nicht bändigen: „Ab heute regiert Gott Jokus hier in diesem Bau / darauf ein dreifaches Helau!“ Die Konfetti-Kanone wurde gezündet und das Rathaus im Sturm erobert. Odenweller und Matz wurden ins Schandholz gelegt und der vierfarbbunte Rathausschlüssel wurde triumphal präsentiert.

Zum Abschluss wurden die elf Paragrafen des närrischen Grundgesetzes präsentiert, etwa: „Jeder Narr ist frei. Aber die Freiheit endet dort, wo die Freiheit des nächsten Narren beginnt.“ Zudem erhielt die ECV-Aktive Anna Rudolf-Weiß den Stadtorden. Mit einem gemeinsamen Umtrunk endete der vergnügliche Sturm auf die Ortsverwaltung versöhnlich.
Oliver Gehrig
























