
HAMÜ – Alle Fraktionen im Ortsbeirat Hartenberg-Münchfeld (HaMü) unterstützen Maßnahmen für einen würdigen Zugang zum Alten Jüdischen Friedhof und zum künftigen UNESCO-Welterbe-Besucherzentrum. In der Ortsbeiratssitzung legten sie einen gemeinsamen Antrag vor. Den Anstoß dazu gab die CDU-Fraktion. Fraktionsvorsitzende Jutta Lukas verwies auf das Projekt, das nach mehreren Jahren Planung und Umsetzung zu einem prägenden Ort für Mainz und einem „Prestigeobjekt für HaMü“ (Lukas) werden könne.
Die Kritik richtete sich vor allem auf die Wegführung dorthin, die in der Begründung als stark verbesserungswürdig beschrieben wurde. Zur Erinnerung: Seit Sommer 2021 gehört der Friedhof als Teil der jüdischen Kulturstätten Speyer, Worms und Mainz zum UNESCO-Weltkulturerbe, das jüdisches Erbe in der Region bewahrt. In HaMü befinden sich gleich mehrere Gedenkorte dieser Art. Der Antrag nennt mehrere Maßnahmen mit dem Ziel, einen würdigen Zugang zum UNESCO-Welterbe-Besucherzentrum am Alten Jüdischen Friedhof zu schaffen, das aller Voraussicht nach in diesem Jahr eröffnet werden sollte.
Die Bitte an die Verwaltung nannte zunächst die grundlegende und intensive Reinigung der Osteinunterführung. Die Unterführung bildet für viele Besucher den Weg vom Hauptbahnhof zum jüdischen Friedhof. Ihr Zustand prägt den ersten Eindruck. Illegale Plakate und unerlaubte Graffiti sollen verschwinden. Auch Taubendreck soll entfernt werden. Vorgeschlagen wurden zudem Netze und weitere Maßnahmen gegen neue Nistplätze.
Frühzeitig vor den ebenfalls geplanten Baumaßnahmen zur Sanierung der Osteinunterführung sollen Möglichkeiten für eine tiergerechte Unterbringung der Tauben geprüft werden. Ebenfalls verbessern sollte die Verwaltung die Beleuchtung der Unterführung. Der Weg zum Besucherzentrum solle auch in den Abendstunden sicher und angenehm wirken. Ein weiteres Ziel betraf die Orientierung.
Gewünscht wurde ein einheitliches Beschilderungskonzept für einen Rundgang durch die Gedenkorte: das Besucherzentrum, das Mahnmal an der Deportationsrampe und den Standort des ehemaligen jüdischen Krankenhauses. Für jenes Krankenhaus solle zudem eine 2024 im Ortsbeirat beschlossene Erinnerungsstele entstehen, auch daran erinnerte der Antrag. Zur Mitfinanzierung wolle das Gremium später einen Vorschlag unterbreiten, hieß es in der Sitzung.
Der Antrag erinnerte auch an die Bitte aus einem weiteren Beschluss, wonach der Platz vor dem Besucherzentrum den Namen des Rabbiners und Gelehrten Dr. Siegmund Salfeld erhalten sollte. Die geplanten Maßnahmen sollen das jüdische Erbe sichtbarer machen und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus setzen.
























