Start Gesellschaft Frühjahrsaktion für die Stolpersteine in Nierstein Geschichtsverein lädt zur gemeinsamen Reinigung

Frühjahrsaktion für die Stolpersteine in Nierstein Geschichtsverein lädt zur gemeinsamen Reinigung

Gereinigte Stolpersteine im Stadtgebiet erinnern an Menschen aus Nierstein und Schwabsburg, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt und ermordet wurden. Mit der gemeinsamen Reinigungsaktion hält der Geschichtsverein die Erinnerung an ihr Schicksal sichtbar wach. Foto: privat

NIERSTEIN – In Nierstein und Schwabsburg erinnern inzwischen 57 Stolpersteine an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Vor ihrem letzten frei gewählten Wohnsitz in die Bürgersteige eingelassen, nennen sie Namen und Lebensdaten der Opfer nationalsozialistischer Verbrechen. Die Oberfläche aus Messing verschmutzt im Lauf der Zeit und muss regelmäßig gereinigt werden. Im Verlauf des Jahres kümmern sich zahlreiche Patinnen und Paten um einzelne Steine. Für dieses Engagement zeigt sich der Geschichtsverein dankbar. Zusätzlich ruft der Verein einmal jährlich vor dem Kornsandgedenken zu einem gemeinsamen Frühjahrsputz auf.

Zu dieser Aktion sind neben den Patinnen und Paten auch weitere Unterstützer willkommen. Treffpunkt ist am Samstag, 14. März 2026, um 10 Uhr auf dem Marktplatz in Nierstein. Von dort gehen die Teilnehmer in Gruppen zu den jeweiligen Stolpersteinen, um sie zu reinigen. Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung bei Vorstandsmitglied Jörg Adrian gebeten. Im Anschluss sind alle Helferinnen und Helfer zu einem Imbiss und einem Umtrunk im Metternichhof eingeladen.

Aus der Sicht des Geschichtsvereins setzt die regelmäßige Reinigung der Stolpersteine ein sichtbares Zeichen für Erinnerung und Verantwortung. Aktuelle politische Entwicklungen zeigen, heißt es in der Einladung zur Aktion, wie verletzlich demokratische Ordnung und gesellschaftliches Zusammenleben bleiben: Der seit vier Jahren andauernde Krieg gegen die Ukraine, Eingriffe in demokratische Institutionen in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie das Erstarken rechtsextremer Kräfte im eigenen Land verdeutlichen diese Gefahr.

Aus dieser Perspektive trage die diesjährige Aktion dazu bei, so die Organisatoren, die Solidarität in Vielfalt zu stärken und bewusst Zeichen gegen Gewalt und Unterdrückung sowie für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu setzen.

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