Start Mainz-Oberstadt „Der Austausch mit den Menschen ist entscheidend“ Tim Ott im Kurzinterview

„Der Austausch mit den Menschen ist entscheidend“ Tim Ott im Kurzinterview

Tim Ott (Grüne) erhielt im ersten Wahlgang der Ortsvorsteherwahl in der Mainzer Oberstadt die meisten Stimmen und geht in die Stichwahl. Foto: privat

OBERSTADT – Tim Ott (Grüne) hat im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten und geht als Favorit in die Stichwahl um das Amt des Ortsvorstehers der Mainzer Oberstadt. Im Interview spricht er über Klimaanpassung, sichere Wege für Radfahrer und Fußgänger sowie darüber, wie er Bürgeranliegen schneller in die Verwaltung bringen will.

Herr Ott, Sie haben im ersten Wahlgang mit sieben Kandidatinnen und Kandidaten die meisten Stimmen erhalten und ziehen in die Stichwahl ein. Wie ordnen Sie dieses Ergebnis ein?

Tim Ott: Das ist das historisch beste Ergebnis im 1. Wahlgang einer Ortsvorsteher-Wahl für die Oberstädter Grünen, dementsprechend bin ich zufrieden und vor allem wirklich dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen. Die letzten Wochen und Monate waren auch gefüllt mit enorm vielen Gesprächen an Infoständen und während oder nach Veranstaltungen. Insbesondere aber an den Haustüren der Menschen hier vor Ort. Das Ergebnis zeigt, dass dieser intensive Austausch genau das ist, was die Oberstadt möchte und braucht. Es ist aber noch nichts entschieden. Melissa Enders ist eine etablierte Kandidatin, die ich sehr respektiere und die auch bereits mehrere Wahlkämpfe geführt hat. Es kann somit auf jede Stimme ankommen.

Journal LOKAL: In der Stichwahl treten Sie gegen Melissa Enders von der CDU an. Welche Themen und Schwerpunkte möchten Sie bis zur Entscheidung besonders hervorheben?

Tim Ott: Neben dem offenen Austausch mit den Bedürfnissen der Menschen vor Ort ist mir unter anderem die Fortführung der Klimaanpassungsstrategie in der Oberstadt sehr wichtig. Dazu gehören unter anderem die Entsiegelung überall, wo sie möglich und sinnvoll ist, sowie Schutz, Aufwertung und Erweiterung unserer Grünflächen.

Nur so können wir auch in Zukunft in einem lebenswerten Stadtteil leben. Des Weiteren sind sichere und gute Wege mit dem Rad und zu Fuß ein wichtiges Anliegen. An Schulen, wie zum Beispiel der Philippsschanze, muss zur Sicherheit unserer Kinder auch Tempo 30 vorangetrieben werden.

Besonders wichtig ist mir, bezüglich Gemeinschaft etwas zu bewirken: Einige Viertel in der Oberstadt, beispielsweise um den Fichteplatz, leiden an einem starken Mangel an nachbarschaftlichem Quartiersleben. Das Ziel ist es, durch neue Begegnungsorte und Aktionen/Veranstaltungen das Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl und so auch die Lebensqualität in diesen Vierteln zu erhöhen. Die Arbeit als Ortsvorsteher ist außerdem insgesamt sehr stark durch die Rolle als Schnittstelle zwischen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und der Verwaltung geprägt.

Somit ist ein weiterer wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Arbeit als Ortsvorsteher auch mein Stadtratsmandat und die damit einhergehende Erfahrung und Kenntnis der Verwaltungsstrukturen und passenden Ansprechpartner auf Stadtebene. Diese geben mir die Möglichkeit, Anliegen und Themen der Bürgerinnen und Bürger schnell und effektiv bei den entsprechenden Stellen in der Verwaltung zu platzieren. Konsequenter Druck an den richtigen Stellen hilft hier auch oft spürbar weiter und beschleunigt Prozesse.

Journal LOKAL: Viele Stimmen entfielen im ersten Wahlgang auf andere Bewerber. Wie möchten Sie deren Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen?

Tim Ott: Mit demselben Weg, den ich bisher verfolgt habe: dem starken und konstruktiven Austausch mit den Menschen hier vor Ort. Heißt: keine falschen Versprechungen, sondern realistische Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen.

Ich möchte für alle Oberstädterinnen und Oberstädter ansprechbar sein und vor allem, dass sie das Gefühl haben, sie können sich an jemanden wenden, der ihnen zuhört. Völlig unabhängig davon, ob sie mich gewählt haben, denn gerade in diesem überparteilichen Amt ist es von enormer Bedeutung, auch Menschen zu verstehen, die in Teilen ganz andere Positionen besitzen, als ich sie habe. In die Diskussion kann man nur gehen, wenn man sich wirklich ehrlich mit den Erfahrungen und Bedürfnissen der Menschen auseinandersetzen möchte – und auf diese dann bei einer Lösungsfindung auch eingeht, ohne aber die eigenen Werte zurückzustellen. Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit werde ich immer konsequent verteidigen!

Zusammengefasst ist empathische und gleichzeitig konsequent ehrliche Kommunikation mein Weg, die Menschen zu erreichen, Grundsätzlich, nicht nur in der Oberstadt.