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Behüte und beschütze sie – Motorradsegnung in Hechtsheim Religion >>>Nach der Pyramide 2025 jetzt am katholischen Gemeindehaus - Pfarrer Tomaszewski spricht den Segen

Die Fahrerinnen und Fahrer warteten gespannt auf die Segnung. Foto: kga

HECHTSHEIM – Die Kawasaki Z 1000 rollt mit sattem Motorgeräusch auf den Parkplatz, dicht dahinter folgt – recht flott – ein Spielzeugmotorrad mit Elektroantrieb. Oliver Sünder und seine neunjährige Tochter Isabel sind zur Motorradsegnung auf den Parkplatz der katholischen Kirchengemeinde Hechtsheim gekommen. Und mit ihnen fanden noch zwölf weitere Motorradfahrer den Weg in die Georg-Büchner-Straße, um sich und ihre Bikes von Pfarrer Michael Tomaszewski segnen zu lassen. Der besprengte die Motorräder, die in einer Reihe auf dem Platz in der Sonne standen, mit Weihwasser und bat „Herr, segne die Motorräder und die Menschen darauf, dass sie verantwortungsbewusst am Verkehr teilnehmen. Behüte und beschütze sie.“  Die Teilnehmer bedankten sich mit einem Lächeln.

Pfarrer Michael Tomaszewski besprengte die Motorräder mit Weihwasser und sprach den Segen. Foto: kga

„Schaden kann’s nix“, meinte Sonja Berg, die neben ihrer 38 Jahre alten Honda Trans Alp auf den Segen wartete. Sie hatte schon öfter von Motorradsegnungen gehört und wollte immer an einer teilnehmen. Jetzt hatte sie ein Bekannter aus Hechtsheim auf den Termin hingewiesen. „Es ist das zweite Mal, das wir das hier machen, im vorigen Jahr haben wir vier Motorräder an der Pyramide gesegnet“, erklärte der Pfarrer. Damals wurde diese Idee von Ortsvorsteherin Ulrike Cohnen (CDU) an ihn herangetragen. Sie selbst hat einen Motorradführerschein, fährt aktuell aber einen Vesper-Roller.  „Es gibt so viel, es gibt auch Tiersegnungen, wieso also nicht auch eine Motorradsegnung hier bei uns im Stadtteil?“, meinte Cohnen und stellte sich für ein Foto gleich wieder an ihre Vesper. Auf einer Can-Am Spider Roadster, einem Motorrad, das vorne zwei und hinten einen Reifen hat, ist ein Paar gekommen, im letzten Moment rollt auch noch eine riesige BMW mit Fahrer und Sozius auf den Hof. Das Kennzeichen verrät Bingen. Nicht nur aus Mainz sind die Biker da.

Mit dabei war auch Ortsvorsteherin Ulrike Cohnen mit ihrer roten Vesper. Foto: kga

Isabel steht neben ihrem „Spielzeug-Motorrad“ und erklärt die Gänge. Auf Stufe drei erreicht das Gerät immerhin schon Tempo 25. „Auf der Straße fährt man damit lieber nicht“, sagt sie. Aber auf den Feldwegen von Hechtsheim sei sie regelmäßig mit ihrem Vater unterwegs. Er fährt dann allerdings nicht sein Motorrad, sondern sein Fahrrad. Ob sie später auch mal einen Zweirad-Führerschein machen will, wisse sie derzeit noch nicht. Im Moment macht es ihr einfach Spaß, mit dem kleinen Gefährt herumzudüsen. Ihr Vater erzählt, man habe beim Gottesdienst in der Kirche vom Segnungstermin gehört. „Ich finde es eine tolle Sache, es ist schön für Hechtsheim und es fördert die Gemeinschaft“, ist er sich sicher. Und er nickt, als Pfarrer Tomaszewski sich verabschiedet: „Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.“ Dann setzen allmählich alle ihre Helme wieder auf und einer nach dem anderen verlässt mit knatterndem Motor und mit der Hoffnung auf ein unfallfreies Jahr den Parkplatz.

kga