Start Mainz-Laubenheim Bürgerpreis für Hans Riffel 97-jähriges Urgestein empfängt höchste Auszeichnung

Bürgerpreis für Hans Riffel 97-jähriges Urgestein empfängt höchste Auszeichnung

Hans Riffel und Gerd Strotkötter Foto: Klaus Schmitt

LAUBENHEIM – Zum sechsten Mal verlieh der Stadtteil seinen „Bürgerpreis“ an einen verdienten Laubenheimer. Das unabhängige Kuratorium, bestehend aus Mitgliedern des Ortsbeirats, wählt den Preisträger stets aus Vorschlägen der Bevölkerung und der Ortsbeirat bestätigt die Auswahl. Hans Riffel sei ein Vorzeige-Laubenheimer vom Scheitel bis zur Sohle, so bezeichnete ihn Ortsvorsteher Gerd Strotkötter in seiner Laudatio, die über viele Jahrzehnte des Lebens des aktuellen 97-jährigen Preisträgers reichte. Hans Riffel, im Februar 1924 in Laubenheim geboren, besuchte die dortige Volksschule. Eine Berufsausbildung danach wurde ihm nicht ermöglicht. Er musste im elterlichen Obst- und Landwirtschaftsbetrieb  kräftig mit anpacken. Seine Jugend fiel in die Zeit des NS-Regimes. 1942 wurde er zum Militär eingezogen. Vor einem Marschbefehl nach Stalingrad verschonte ihn eine Verlegung ans Schwarze Meer. Durch seine in der Landwirtschaft erworbenen Kenntnisse hatte er gelernt, bestens mit Pferden umzugehen und wurde während seiner gesamten Dienstzeit zur Betreuung von Pferden abgestellt. Nach Kriegsende kam er in amerikanische Gefangenschaft, wurde aber bald entlassen. In der Heimat lernte er seine Frau Margret kennen, die er 1946 heiratete. Fünf Kinder, drei Jungen und zwei Mädchen, stellten sich ein.

Die Feier stieß auf großes Interesse. 
Foto: Klaus Schmitt

Mitte der 50er-Jahre pachtete Hans Riffel 30 Morgen Ackerland vom damaligen Ziegeleibesitzer Ludwig Marx und später von der Siedlungsgesellschaft Rheinland-Pfalz. Trotz dünner Kapitaldecke erwarb das Ehepaar Riffel einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb im Riedweg 55. Ganze 40 Jahre mussten die beiden für das Ackerland bezahlen. Durch Zukauf und zusätzliche Pachtung entstand ein ansehnlicher Bauernhof mit Milchwirtschaft, Schweinezucht und Hühnerhaltung. Da Pferde schon immer sein Faible waren, baute er Ende der 60er-Jahre Stallungen für Reitpferde.  Die Gründung des „Reitervereins Mainz-Süd“ war die logische Folge. Auch seine Kinder trugen durch ihre Mitarbeit im Reitbetrieb dazu bei, dass der Hof sich bald überregionaler Beliebtheit erfreute. 1964 kandidierte er als Parteiloser für die CDU, der er 1965 beitrat. So war er 50 Jahre lang Mitglied im Gemeinde- und Ortsbeirat sowie 15 Jahre lang stellvertretender Ortsvorsteher. Zu seinen hervorragendsten Lebensleistungen zählt der nimmermüde Einsatz für die Landwirtschaft und den Weinbau. Sein Hauptaugenmerk galt der Flurbereinigung Anfang der 80er-Jahre. Als Vorsitzender des Bauernvereins, der er heute noch ist, machte er dies zur Chefsache. Beim Polderbau in den 90er-Jahren spielte er ebenfalls eine Vorreiterrolle und wurde Vorsitzender des Landesausschusses. Schon 1941 trat er der Laubenheimer Feuerwehr bei, wo er stellvertretender Wehrführer und später 2. Vorsitzender war. Der Neubau des Feuerwehrhauses in der Parkstraße war für ihn eine Herzenssache. „Hans Riffel tut seinen Mitmenschen und Laubenheim gut.“ Mit diesen Worten beendete Strotkötter seine Laudatio, nicht ohne die vielen Auszeichnungen und Medaillen zu erwähnen, mit denen Riffel in seinem Leben geehrt wurde. Zahlreiche  Besucher der kleinen Feierrunde dokumentierten die Anerkennung, die dem Geehrten  entgegenbracht wird. Sichtlich bewegt bedankte sich der neue Bürgerpreisträger bei allen, die seinen Weg begleitet haben. Er meinte, wenn man alles aufzählen würde, was er noch so in seinem Leben für die Allgemeinheit getan hat, würde dies den Abend sprengen. Hans Riffel ist ein Laubenheimer par excellence. Mehr Laubenheim geht nicht. Musikalisch umrahmt wurde die kleine Feier von der jungen Pianistin Zoé Etschmann mit zwei gefühlvoll vorgetragenen Klavierbeiträgen.

Text und Fotos: Klaus Schmitt