GONSENHEIM – Hildegard Bachmann, durch die Mainzer Fastnacht und durch Auftritte auf diversen Kleinkunstbühnen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, hat bisher 13 Bücher in Mundart, meist in Versform, geschrieben, in denen sie die Leserinnen und Leser auf spannende Art und Weise durch die Zeit ab den 50er-Jahren bis in die Gegenwart entführt.
Seit Anfang der 1990er-Jahre veröffentlicht das Allroundtalent immer wieder neue Bücher, die das Zwerchfell der Leser beanspruchen. Ihr erstes Buch „Als ich e Kind noch war“ sollte eigentlich nur eine Niederschrift für ihre Kinder werden, um ihre eigene Jugend als Nachkriegskind für die Nachwelt zu erhalten. Der Kommentar ihrer Tochter „Das kommt ja tierisch gut rüber“ ermutigte Bachmann, es veröffentlichen zu lassen und somit war der Startschuss für weitere Werke, hauptsächlich aus ihrem Leben, inklusive dreier Weihnachtsbücher, gefallen.
Die in Wiesbaden geborene und mit fünf Jahren nach Drais, der Heimat ihres Vaters, umgezogene Autorin hatte sprachlich keine großen Integrationsprobleme. Den Mainzer Dialekt hatte sie schnell verinnerlicht.
Einige Anekdoten, die das Publikum nun bei der Autorenlesung in der TGM-Halle serviert bekam, stammen aus ihrem Buch „De heiliche Paarweck“. Der Buchtitel soll auf den Spitznamen eines Mainzer Bäckers zurückgehen, dessen Klarnamen der Autorin recht geläufig ist, dennoch kannte sie ihren Namensvetter nicht einmal persönlich. Einem jungen Mann, der sie an Altweiberfastnacht einmal fragte, ob sie mit dem Café Bachmann verwandt sei, erzählte sie eine tolle, spontan erfundene Geschichte und empfahl ihm zu ihrem vermeintlichen „Bruder“ zu gehen und mit einem schönen Gruß von ihr eine Tüte Kreppel zu erbitten.
Allerlei weitere Geschichten von wahren Begebenheiten, dezent ausgeschmückt, hoben die Stimmung im Gesellschaftsraum der Turngemeinde Gonsenheim.
Als der kleine Alfred in den Kindergarten kam, kuschelte er mit der Erzieherin Frau Ross, da sie auch so einen großen Busen hatte wie seine Mama. Als sie in Urlaub war, wollte er sich an Frau Biese kuscheln, die jedoch nicht so eine große Oberweite hatte. Das Kind fragte, ob sie denn auch so einen großen Busen hätte. Nachdem sie die Frage bejaht hatte, fragte der Junge, ob sie den morgen dann mal mitbringen könne…
Welche Schwierigkeiten bei der Anzeige eines Wildunfalls auf den Autofahrer zukommen können, davon erzählt eine Geschichte in „Doppel gemoppelt“: „En Fastnachter kimmt immer in de Himmel, denn schließlich wolle die do owwe aach was zu lache hawwe“, ist Bachmann sich ziemlich sicher.
Ob ein Freund, der wegen fehlender Toiletten in der S-Bahn sich von einem Mitreisenden eine Plastiktüte erbettelte, oder der Enkel, der mit seiner Kindergartenfreundin eine tote Maus im heimischen Garten beerdigte und dabei andächtig „Happy Birthday“ sang, das komplette Umfeld der Autorin kann sich irgendwo in ihren Büchern wiederfinden.
Die leidenschaftliche Facebook-Userin hat sogar ein Gedicht über Social Media verfasst, denn „Bei Facebook kann ich so viel kenne, ohne drauß‘ erum zu renne“. Alles in allem ein abwechslungsreiches Programm mit Spaßfaktor.
Elke Fauck
























