Start Kultur Der Restaurierung im Landesmuseum zuschauen Blussus-Stein unter dem Laserstrahl in Nanometergröße

Der Restaurierung im Landesmuseum zuschauen Blussus-Stein unter dem Laserstrahl in Nanometergröße

Die Restaurierung des Blussus-Steins übernimmt die Firma Matthias Steyer aus Niedernhausen, die bereits die Restaurierung der Großen Mainzer Jupitersäule vorgenommen hat. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MAINZ – Die Gelegenheit ist selten: Besucherinnen und Besucher sind zu den Museumsöffnungszeiten jederzeit herzlich willkommen, um den Arbeiten zuzuschauen. Noch bis zum 19. Juli wird in der Steinhalle des Landesmuseums Mainz ein wertvolles Stück des römischen Erbes von Mainz restauriert.

Er ist nicht nur der wohl bekannteste Grabstein aus der Römerzeit in den Sammlungen des Landesmuseums Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), sondern zeigt auch noch die älteste römische Schiffsdarstellung nördlich der Alpen – der beidseitig verzierte Grabstein des einheimischen Schiffers Blussus und seiner Frau Menimane.

Rechts der wohlhabende Schiffer Blussus mit einem Goldsäckchen in der linken Hand. Links seine Gattin Menimane. Dazwischen vermuten die Historiker ihren Sohn. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Bei einem Pressetermin in der Steinhalle hat die Direktorin des Landesmuseums Mainz, Dr. Birgit Heide, deutlich gemacht, dass das kostbare römische Steindenkmal restauriert werden muss: „Der Stein wurde 1848 in Mainz-Weisenau gefunden und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, die ihre Spuren hinterlassen hat. Umso mehr freut es mich, dass wir dank der finanziellen Unterstützung durch den Verein der Freunde des Landesmuseums Mainz den Blussus-Stein von renommierten Restauratoren mit modernsten Methoden reinigen, restaurieren und zugleich wissenschaftlich auf die ursprüngliche Farbfassung untersuchen lassen können.“

Die Restaurierung des Blussus-Steins übernimmt die Firma Matthias Steyer aus Niedernhausen, die bereits die Restaurierung der Großen Mainzer Jupitersäule durchgeführt hat. Beim Restaurierungsprojekt mit dabei ist die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Klassische Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Charleen Hack, die mit unterschiedlichen Techniken und einem Auflichtmikroskop mit bloßem Auge nicht mehr erkennbare Farbspuren an römischen Steinen auffindet. Tatsächlich soll der Blussus-Stein bei seiner Entdeckung vor 176 Jahren heute nicht mehr sichtbare Farbreste gezeigt haben, die nun wissenschaftlich untersucht werden, damit noch vor der Laser-Reinigung des Steindenkmals mögliche Auswirkungen des Lasers vorab getestet werden können.

„Der Blussus-Stein ist bis heute ein in der Fachwelt begehrtes Anschauungsobjekt und auch bei den Besucherinnen und Besuchern des Landesmuseums ein beliebter Anlaufpunkt. Wir freuen uns daher sehr, dass wir diesem wichtigen Monument durch unsere Förderung zu neuem Glanz verhelfen können,“ so die Vorsitzende des Vereins der Freunde des Landesmuseums Mainz, Elisabeth Kolz. Der Freundeverein, der nächstes Jahr sein 60-jähriges Jubiläum feiern wird, hat nicht nur die 2021 abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten an der Großen Mainzer Jupitersäule mit einem namhaften Beitrag unterstützt, sondern gerade in den letzten Jahren bedeutende Ankäufe für die Abteilung Kunstgeschichte ermöglicht. Diese Förderungen unterstützen die Arbeit im Museum auf vielfältige und äußerst wertvolle Weise.

 red