
LAUBENHEIM – Es dauerte nicht lange, da hatte Sprachwissenschaftler und Mundartforscher Rudolf Post alle Gäste in seinen Bann gezogen. Jeder wollte etwas zu seinem Vortrag „Mundarten in Rheinhessen. Redde, wie aam de Schnawwel gewachs es“ beitragen. Sei es, dass die Zuhörer einzelne fast schon vergessene Wörter in Mundart zum Besten gaben, oder sogar ganze Verse und Sätze zitierten, oder darum wetteiferten, wer die an die Wand geworfenen Texte in Mundart vorlesen durfte. Publikum wie Referent hatten einen Riesenspaß und zeigten sich fasziniert von dem Deutsch, wie es im Rheinhessischen gebabbelt wird.
„Alte Ausdrücke verschwinden, neue Redewendungen entstehen, doch der Klang unserer Mundart bleibt unverwechselbar und vertraut“: So wurde Rudolf Posts Vortrag angekündigt, in dem er auf Einladung des Heimat- und Verkehrsvereins Laubenheim in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt die Feinheiten und Kniffe, die Geschichte und sogar die Grammatik der in Rheinhessen gesprochenen Mundarten mit Fachkenntnis und Humor aufzeigte und verständlich machte. Post hatte Sprachkarten und Abbildungen mitgebracht, anhand derer er die sprachlichen Abgrenzungen innerhalb und außerhalb Rheinhessens thematisierte und erklärte, weshalb es nicht „das Rheinhessisch“ als Mundart gibt, sondern hier Teile ganz verschiedener Mundarten zusammenfallen. Letztlich werde der große rheinhessische Wortschatz auch durch seine Beziehungen zum Lateinischen, Jiddischen und natürlich auch zum Französischen gespeist.
Eine Zuhörerin fragte begeistert, ob sie den an die Wand geworfenen Absatz aus Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ vorlesen dürfe, in dem der Autor in Worten das Bild von der „Völkermühle am Rhein“ zeichnet und die laut Post eben zu der Vielfalt der Rheinhessischen Mundarten geführt habe. Es war ein vergnüglicher Abend, es wurde viel gelacht und gestaunt: Eine Frau nannte sprachliche Unterschiede zwischen Weisenau und Laubenheim. Erstere sagen sie springen „in de Rhei nai“, letztere springen „in de Rhoi anoi“. Mundart aus dem Wormser Raum, aus Alzey, Mainz und Oppenheim und aus dem Umkreis von Bad Kreuznach wurde zum Besten gegeben und am Ende gab es großen Applaus. Nicht nur für den Referenten, sondern auch für die Zuschauer. Claudia Stein und der 1. Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Klaus-Dieter Rank, überreichten ein Weinpräsent an Rudolf Post, dann konnten die Gäste das Buch zum Thema erwerben und sich zu einem Schoppen zusammensetzen.
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