EBERSHEIM – In den vergangenen Jahren ist der Ebersheimer Carneval-Verein (ECV) 1987 „Die Römer“ sehr stark gewachsen. Wie Vizepräsident Josef Ritzinger erklärt, wird im Laufe dieser Kampagne das 500. Mitglied begrüßt. Auch verstärkt junge Leute stoßen dazu. Und dass der Verein so sehr boomt, zeigte sich auch wieder einmal bei den beiden Prunksitzungen unter dem Motto „Die Römer lachen – Der ECV lässt’s richtig krachen!“ im Januar in der Töngeshalle.

Beide Male waren die Sitzungen ausverkauft, beide Male wurde dem närrischen Auditorium ein starkes von Sitzungspräsident Markus Weiß gekonnt moderiertes Programm in immer noch sehr nahbarer und familiärer Atmosphäre geboten. Was sich daran zeigte, dass Regisseur Ritzinger nicht nur hochkarätige Gastredner und Musikgruppen gewonnen hatte, sondern auch wieder der vereinseigene Nachwuchs zeigte, was in ihm steckt. In einem gelungenen Kokolores-Stück – der Autor war bei der zweiten Sitzung dabei – will eine Oma (Martina Koch) für die Seniorenpartei „Graukäpp“ in den Bundestag einziehen, was ihr Enkel (Michael Vierthaler) nur schwer akzeptieren kann: „Willst du wirklich nach Berlin? Die haben ja noch nicht einmal Strom.“ Auch auf dessen besorgte Frage, wer dem Opa seinen Tee machen oder den Fernsehinhalt erklären soll, wenn der das nicht versteht, hat sie eine Antwort parat: „Nix gegen deinen Opa, aber ich bin nicht auf der Welt, um dem seine Teebeutel zu sortieren.“ Dass sie auch zu Hause Kuchen für die Senioren backen oder die Blumen am Kreisel des Ortseingangs pflegen könne, ist ihr zu wenig. Sie wolle sich im Bundestag für mehr Rente einsetzen. Zudem sollen die Rentner gesundheitlich besser versorgt werden. Thematisiert werden auch die Schwierigkeiten mit dem eigenen Nachwuchs und welche Hilfen dabei der Pfarrer bieten kann. Zudem erfährt man, warum Bundestagspräsidentin Julia Klöckner schuld an einem Zugausfall von Mainz nach Berlin ist.
Den Saal zum Aufstehen, Mitsingen, Anstoßen und Zuprosten bringen die Sprudelboys (Steffen Schwibinger, Timo Schwarz, Peter Hennigsen, Luis Kirsch). Den Hit „Bella Napoli“ haben sie kurzerhand in „Helau, Meenz am Rhoi“ umgedichtet, auf die Melodie von Y.M.C.A. wird „Rot-Weiß-Blau-Gelb“ gesungen. In ihrer Zugabe fragen sie schließlich noch „Was kostet `ne Schorle?“.

Eine Augenweide waren wie immer die ECV-Balletts, die sich diesmal selbst noch zu übertreffen schienen. Traditionell früh am Nachmittag trat das Kinderballett „Rasselbande“ (Leitung: Lena Zaun) auf, das mit 20 kleinen Löwinnen in die afrikanische Steppe entführte und für wunderschöne Bilder sorgte. Ebenfalls beliebte Tradition ist, das Programm nach der Pause von der 29-köpfigen Jugend-Showtanzgruppe „Ragazza“ (Leitung: Vanessa Hauser) zu eröffnen. Dieses Jahr hatte sie das Motto „Traumhaftes Nimmerland“ ausgewählt, performte „eine Insel zwischen Traum und Ewigkeit“ und führte dabei Charaktere wie Peter Pan und Captain Hook ein. Und kurz vor Ende des Programms sorgte die Showtanzgruppe „Las Romanas“ (Leitung: Annika Schwarz) mit ihrer Darbietung für einen der absoluten Höhepunkte des Abends. Sie nahm das Publikum mit 26 Tänzerinnen auf eine Reise in die Natur mit, zeigte dabei atemberaubende Akrobatik und Körperbeherrschung und zauberte eine sechsstöckige „Pyramiden“-Hebefigur auf die Bühne.
Bestens unterhalten wurden die Narren in der Sitzung auch von den allesamt von vielen anderen Sitzungen bekannten Gästen. Axel Zimmermann verlas das Protokoll, feinen Kokolores steuerten „Polizist“ Alexander Leber, „Apotheker“ Jens Baumgärtner, „Gardist“ Marcus Schwalbach, „Aufnahmeprüfling“ Gerd Emrich sowie Martin Heininger als Psychologe und Christian Schier als Schwellkopp bei. Für musikalische Unterhaltung sorgten „Straßenmusikant“ Peter Rösch, der Musikzug Sound of Weisenau (Stabführerin: Manuela Pittalis), die Altrheinstromer (Leitung: Thomas Wucher) und Latzhos mit Säckl (Leitung: Gregor Rudolf), die ins Finale der etwa sechsstündigen Sitzung überleiteten.
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