HECHTSHEIM – Der ehemalige Steinbruch der Heidelberg Cement AG nordöstlich von Hechtsheim war nun erneut Thema im Ortsbeirat. Das Gremium verabschiedete einen Antrag von SPD, ÖDP und FW an die Verwaltung, den Genehmigungsvertrag für die dortige Mülldeponie so zu verändern, dass dort auch künftig keine Abfälle eingelagert werden, die giftige, krebserregende oder erbgutverändernde Stoffe wie Dioxine, Schwermetalle oder Asbest enthalten. Es sollen dort auch künftig nur unbelastete oder schwach belastete Abfälle gelagert werden. Hintergrund ist ein derzeit laufendes Genehmigungsverfahren, um die Deponie auch für die höheren Deponieklassen DK I und II nutzen zu können.
„Es ist bedenklich, wenn gefährliche Stoffe in unmittelbarer Nähe zu den Wohngebieten gelagert werden“, sagte Dr. Felix Leinen (ÖDP). „Giftstoffe werden aufgewirbelt und gelangen in die Wohngebiete –und das über 15 Jahre.“ Die Prämisse sei, die Bürger in unmittelbarer Nähe zu schützen, betonte Reinhard Schwarz (SPD). Dazu trage der Antrag bei. „Wir wollen keinen Bohrschlamm in der Deponie haben“, bekräftigte Gerhard Wenderoth (Freie Wähler).
Anderer Meinung waren die Grünen. Es handele sich um eine sehr sichere Mülldeponie, die außerdem relativ klein sei. „In drei bis fünf Jahren ist das Ding zu, bevor da überhaupt gebaut wird“, meinte Dr. Rupert Röder (Grüne). Aus jedem Flugzeug kämen weitaus schädlichere Abgase. Röder: „Die Schadstoffe in der Deponie sind fest gebunden, das ist eine sehr sichere Ablage.“ Das Asbest sei gut abgedichtet und nicht gefährlich, ergänzte Konrad Meier (CDU). „Wir haben keine Alternative, es ist genug geprüft worden.“ Ähnlich sieht es Birgit Zehe-Clauß (FDP): „Der Stadtrat hat das Verfahren mit großer Mehrheit befürwortet, wir müssen das hier nicht in Frage stellen.“ Der Antrag wurde dennoch bei Enthaltungen der CDU und der FDP sowie zwei Gegenstimmen der Grünen auf den Weg gebracht.