Start Gesellschaft Eine IGS in der VG Bodenheim? Rasante Schulentwicklung im Landkreis Mainz-Bingen

Eine IGS in der VG Bodenheim? Rasante Schulentwicklung im Landkreis Mainz-Bingen

Neben einem Grundstück am Sport- und Kulturzentrum Bürgel wäre Platz für eine weiterführende Schule (IGS) in der VG Bodenheim, so einer der Vorschläge. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

VG BODENHEIM – Der Landkreis Mainz-Bingen steht vor einem entscheidenden Schritt in der Schulentwicklung: Neben dem bereits geplanten Gymnasium in Stadecken-Elsheim soll nun auch eine neue Integrierte Gesamtschule (IGS) in der Verbandsgemeinde (VG) Bodenheim oder Rhein-Selz entstehen. Der überarbeitete Schulentwicklungsplan, dem Schulträger- und Kreisausschuss kürzlich zugestimmt haben, sieht vor, dass beide Schulen bereits zum Schuljahr 2027/28 ihren Betrieb aufnehmen könnten – vorausgesetzt, der Kreis beantragt sie bis Ende März 2026 bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) und erhält die Genehmigung.

Die Diskussion um die neuen Schulen und ihre Standorte ist nicht nur aktuell, sondern auch dringend notwendig. Eltern, Schülerinnen, Schüler sowie Kommunalpolitiker und –politikerinnen fordern seit Langem Lösungen für die überlasteten weiterführenden Schulen im Landkreis. Besonders die hohen Anmelde- und Ablehnungszahlen an den bestehenden IGSen zeigen: Der Bedarf an Schulplätzen ist seit Jahren groß, und die Zeit zum Handeln ist seit Langem mehr als reif.

Die Ortsbürgermeister von Bodenheim, Nackenheim und Lörzweiler unterstützen den Bau einer IGS innerhalb der Verbandsgemeinde Bodenheim einhellig, wie ihre Statements zur Anfrage von Journal LOKAL zeigen. Aus Gau-Bischofsheim und Harxheim erhielten wir bis Redaktionsschluss keine Reaktionen zum Thema.

Ortsbürgermeister positionieren sich: Bietet die VG Bodenheim den idealen Standort?

Jens Mutzke, SPD, Ortsbürgermeister von Bodenheim, begrüßt die Pläne ausdrücklich und sieht in seiner Gemeinde den idealen Standort für eine neue IGS. Bodenheim bringe „viele Voraussetzungen“ mit: verfügbare Flächen in Gemeindeeigentum, eine gute Verkehrsanbindung durch Bahn und ÖPNV (Linie 69) sowie die bestehende Turn- und Sporthalle „Am Bürgel“, die auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden könne. Mutzke verweist auf die „hohen Anmelde- und Ablehnungszahlen“ an den bestehenden IGSen, die zeigen, wie groß der Wunsch nach dieser Schulform ist. Die IGS überzeuge ihn besonders, weil sie Schüler individuell fördere und Zeit und Raum für ihre Entwicklung biete. Mutzke betont: „Bodenheim ist bereit, sich aktiv in den Prozess einzubringen.“

Auch René Adler, FWG, Ortsbürgermeister von Nackenheim, setzt sich klar für eine IGS in der VG Bodenheim ein. Er betont die Synergien an den vorhandenen Schulstandorten und die Möglichkeit einer interkommunalen Zusammenarbeit – auch mit der Stadt Mainz. Adler verweist auf die direkte Bahnanbindung in Bodenheim und Nackenheim, die für den Schülerverkehr entscheidend sei. Zudem schlägt er vor, den künftigen Standort in die kommunale Wärmeplanung einzubinden, um eine gemeinsame Nahwärmeversorgung zu ermöglichen. Der Bedarf sei „sehr hoch“, besonders da das Gymnasium Nackenheim einen Aufnahmestopp verhängt habe und die IGSen in Oppenheim und Nieder-Olm regelmäßig überlaufen seien. Adler betont: „Landrat Barth hat mir persönlich eine ernsthafte Prüfung des Standorts innerhalb der VG Bodenheim zugesagt.“

Steffan Haub, CDU, Ortsbürgermeister von Lörzweiler, begrüßt die Überlegungen des Kreises ebenfalls und unterstreicht die „beste Verkehrsanbindung“ an der Rheinschiene. Er sieht in einer neuen IGS das Potenzial, die „angespannte Situation für Eltern und Schüler“ entscheidend zu entzerren. Haub unterstützt zudem die laufende Petition für den Bau weiterführender Schulen.

Und auch Thomas Glück, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der VG Bodenheim, unterstützt schon mit konkreten Grundstücksvorschlägen das Statement von Ortsbürgermeister Mutzke und schlägt in einem Brief an Landrat Thomas Barth (CDU) neben dem Grundstück „Am Bürgel“ in Bodenheim auch alternativ eine private Gewerbebrache in der Nähe des Ortszentrums vor.

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