
RHEINHESSEN – Darauf hat Rheinhessen gewartet: Ein echtes rheinhessisches Mundartfestival hat der Region wahrlich gefehlt. Die Idee hat „e bisje“ gebraucht, doch jetzt steht sie vor der Verwirklichung. Dazu erzählt Horst Dehmel einige Details. Das tut er – darum gebeten – im Dialekt, um der Geschichten den passenden Anstrich zu geben:
„Es geht uns net do drum die große Uffklärer zu spiele, mer wollen afach zeische dass de Dialekt noch vielfäldisch lebt und devor sorsche dass des aach so bleibt.“
Dehmel ist als Musiker im Gitarrenduo AJOH gemeinsam mit seinem Sohn Jörg beim Festival beteiligt.
Die Idee nahm im Kreis langjährig engagierter Mundartautorinnen, Mundartautoren sowie Musikerinnen und Musiker Gestalt an, schildert er, und fügt hinzu: „Mir geht’s net drum, ebbes Großes uffzuziehe, mir wolle die Mundart sichtbarer mache und zeige, wie lebendig sie noch is.“ Von Beginn an verband alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel: die Pflege der rheinhessischen Mundart als sprachliches Kulturgut der Region. In einem nächsten Schritt bündelte die Initiative die vielfältigen Darbietungsformen, um sie im Rahmen einer Veranstaltungsreihe einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Das erste rheinhessische Mundartfestival wird in Kooperation mit den rheinhessischen Kunst- und Kulturveranstaltern von „rheinhessenKULTur“ präsentiert. Der Zusammenschluss von inzwischen 14 Organisationen wurde als erfahrener Partner für die Durchführung gewonnen.
Am Ergebnis dürfte den Besuchern an unterschiedlichen Orten in Rheinhessen bei insgesamt neun kostenfreien Veranstaltungen echte Freude bereiten. Das Programm umfasst Einiges: unter anderem drei Ortsführungen in rheinhessischer Mundart, die von Wein- und Kulturbotschafterinnen sowie Wein- und Kulturbotschaftern angeboten werden. „Die führn die Leit rum, wunderbar, do lernen die, wie`s frieher mol war“, sagt Dehmel und nennt Titel wie „Vum Neunröhrebrunne un em Schmied in de Brieh“ oder „Emol ebbes onneres“.
Ergänzend finden sechs Abendveranstaltungen statt, die musikalische Beiträge und Lesungen bieten. Teilweise wechseln sich diese Darbietungsformen innerhalb eines Abends ab. Los geht es am 21. Februar um 19 Uhr in der Grundschule in Ober-Olm. Die Abschlussveranstaltung mit allen Aktiven ist am 27. März um 20 Uhr in der Neubornhalle in Wörrstadt.
Die Mitwirkenden sind überwiegend seit vielen Jahren im Bereich der Mundartkultur aktiv. Mehrere von ihnen erhielten bereits Auszeichnungen bei einschlägigen Wettbewerben. Neben Wein- und Kulturbotschafterinnen sowie Wein- und Kulturbotschaftern wirken auch Mitglieder der rheinhessischen Landschreiber und Mundartliedermacher mit. Die Festivaleröffnung gestaltet Volker Gallé als einer der bekanntesten Vertreter der rheinhessischen Kulturarbeit. Ihn und die anderen eint dieselbe Antriebskraft, die Dehmel so umschreibt: „Die Mundart kimmt aus unsrer Seel, des is uns oogebore, fer alle die se babbeln is des Balsam fer die Ohre“.
Gregor Starosczyk-Gerlach
Termine des rheinhessischen Mundartfestivals 2026
Auftaktveranstaltung
21. Februar
Volker Galle: „Uff’s Maul gefalle“
Ort: Ober-Olm, Alte Schule, Schulstraße 2
Eintritt: 8 Euro
Voranmeldung erforderlich unter: gemeindebuecherei@ober-olm.de
- Februar, 14 Uhr
Kostümführung in Gau-Weinheim
Treffpunkt: 14 Uhr, Parkplatz Gemeindehaus Gau-Weinheim
Teilnahme: ab 6 Personen
Kosten: 25 Euro pro Person inklusive 4er-Weinprobe
Informationen und Anmeldung bis Samstag, 21. Februar 2026, unter:
Telefon 0151 41272928
E-Mail angelika.friedrich@kwb-rheinhessen.de
- Februar, Einlass ab 18 Uhr
Uwe Jung und AJOH
Ort: Wörrstadt-Rommersheim, Weinstube „Woifässje“ im Weingut Ullmer
Adresse: Hauptstraße 3, 55286 Wörrstadt-Rommersheim
Parkmöglichkeit: Am Friedhof, Friedhofsweg 10
Eintritt: 10 Euro pro Person
Anmeldung per E-Mail an: info@weingut-ullmer.de, oder telefonisch unter: 06732 0815
- März, 19 Uhr
Alsheim, Zum alten Kelterhaus
Maritta Reinhardt und Jens Teschner: „Emol ebbes onneres“
- März 2026, 19 Uhr
Partenheim, Troissy-Saal (Kulturforum Partenheim e. V.)
Hannelore Wingert und Michael Werner: „Hiwwe wie Driwwe“
- März 2026, 15 Uhr
Wörrstadt, Stadtführung
Wein- und Kulturbotschafter Uwe Jung und Wolfgang Petry: „Vum Neunröhrebrunne un em Schmied in de Brieh“
- März 2026, 15.30 Uhr
Weinolsheim, Kostümführung
Wein- und Kulturbotschafterin Silke Fruth: „Wenn die Else es Brot austräät“
- März 2026, 19 Uhr
Zornheim, HerrBerts Kulturscheune
Fritz Stock und Freunde: „So wie heit – noch in 100 Johr“
Abschlussveranstaltung
- März 2026, 20 Uhr
Wörrstadt, Neubornhalle (Kulturkreis Wörrstadt e. V.)
Großer Mundartabend mit allen Aktiven























