KOSTHEIM –Wenn der Kostheimer Carneval Verein zu seiner beliebten Fremdensitzung einlädt, strömen die Narren aus Nah und Fern ins Bürgerhaus. Denn sie wissen: Der KCV steht für exzellente Fastnachtsunterhaltung. So war es auch dieses Mal: Mit einem tollen vierfarbbunten Programm sorgte der KCV mit seinem neuen Sitzungspräsidenten Ralf Falkenstein für Begeisterung. Dieser hatte topaktuell sogar die Fußball-Bundesligaergebnisse für das Auditorium parat –und das in Reimform: Respekt.

Erster Redner war der „Deutsche Michel“ Bernhard Knab, der die neue CDU-Vorsitzende „AKK“ schon „ausgemerkelt“ sieht. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist dank „Wind of Change“ jetzt „grüner als die Greta“. Knab: „Hätte er jetzt noch lange Haare, ginge er glatt als Hofreiter durch.“ Mit seinem gesungenen Protokoll nahm sich Ralf Falkenstein brisanten Themen wie brennender Regenwald, Brexit, Kassenbonpflicht und Videobeweis an. Der immer noch nicht fertiggestellte neue Berliner Flughafen hat für ihn auch was Gutes: Er ist „der klimafreundlichste Flughafen der Welt“.
Ansonsten dominierte gut gemachter Kokolores. Hildegard Bachmann erzählte von ihrer Blinddarmoperation. Während sie „breitflächig untersucht“ wird, wird der Wiesbadener ohne Narkose operiert. Marcel Jakobi ging mit Oma und Opa auf Kreuzfahrt und kämpfte mit allerlei Tücken, etwa dem 20-Meter-Büffet. Als „Junggeselle“ ging Sebastian Reeg auf Frauensuche und verlor nach allerlei Rückschlägen so ziemlich das Interesse am schöneren Geschlecht. „Nachtwächter“ Adi Guckelsberger machte Witze über die Finther und die Wiesbadener. Sehr gelungen war der Auftritt der „Influencer“ Martin Heininger und Christian Schier. In ihrem Meenzer Fassenachtskanal „Schnut Tube“ gibt es allerlei Lebensweisheiten wie: „Humor und Spaß mit Suff gepaart/ das hält die Meenzer Lebber hart!“ Natürlich durfte als Zugabe der „Hähnchengrill in Drais“ nicht fehlen.

Eine Klasse für sich sind beim KCV die exzellenten Ballettnummern. Als griechische Tänzerinnen wirbelten die 22 Mädels von „Shining Motions“ aus Oppenheim (Leitung: Verena Weber) zum Sirtaki über die Bühne. Eine ausgefeilte Choreografie, schwierige Hebefiguren, tolle Kostüme und schmissige Lieder: Da stimmte alles. Genauso gelungen war der furiose Auftritt von „Fit4Dance“ aus Finthen (Leitung: Franzi Schättler). Die 19 Tänzerinnen sorgten mit tollen Sprüngen und Hebefiguren sowie sehr schönen vierfarbbunten Kostümen für Begeisterung. Das Finther Männerballett „MannOMann“ (Leitung: Siggi Knab) hatte die Schlümpfe auf der Bühne dabei. Diese Showtanzgruppe betrübte mit der Nachricht, dass sie nach dieser Kampagne aufhört. Die KCV-Minis (Leitung: Susi Köhler) überzeugten mit einer getanzten Reise durch Fernost.
Mächtig Stimmung machte die Spaßmacher Company mit „Fastnacht, des is cool“ zur Melodie von „Daddy Cool“. Die Altrheinstromer erschienen als „drei Mainzer Dienstleister mit Herz“ mit dem Fahrrad auf der Bühne. Farbenprächtige Kostüme kombiniert mit Gassenhauern wie diesmal etwa „Cordula Grün“ sind ihr Markenzeichen. „40 ist das neue 30“ verkündete Andy Ost und unterhielt am Klavier und mit der Gitarre. Das Thema Eurovision Song Contest beleuchtete Harry Borgner mit Hits wie „Hulapalu“, „Despacito“ und „Heile heile Gänsje“.
Mit dem Finale der Mainzer Hofsänger endete die großartige Sitzung. Ein besonderes Geschenk erhielt KCV-Präsident Thomas Gill um Mitternacht zu seinem 55. Geburtstag: eine neue Amtskette, finanziert unter anderem vom geschäftsführenden Vorstand.