
MOMBACH – Ja, mitunter dafür steht der Advent: die Wucht der kleinen Gesten und schlichten Worte. Als sich das vierte Adventsfenster in Mombach zu öffnen begann, stellte sich gleich mit den ersten Zeilen eine angenehme Stimmung ein. Ruhig und deutlich begrüßte eine der Grundschülerinnen die „Eltern und Familien zur Aufführung der Klassen 2c, 3b, 3c und 3d zum Adventsfenster. Wir starten mit dem Lied „Kinder tragen Licht ins Dunkel“, mit den Solisten der Klasse 3b Beysa und Felix, mit den Solisten der Klasse 3c Rehana und Malik und den Solisten der Klasse 3d Lilo und Philipp.“ Fehlerfrei und deutlich vorgetragen: Das sprach für die solide Vorbereitung in der Schule, aber auch in den Elternhäusern.
Der Eindruck verfestigte sich während des knapp halbstündigen Programms. Im Auditorium verfolgten zahlreiche Menschen das Programm, viele Eltern, aber auch Gäste, die die Adventsfenster in Mombach regelmäßig besuchen. Die Konzentration der Kinder, ihre auswendig gelernten Texte und die sichtbare Freude beim Tanz sorgten für spürbare Begeisterung und hin und wieder auch für Rührung. Lehrerin Bianca Agakus, die mit den Kolleginnen den Nachmittag vorbereitet hatte, verriet, dass jede Klasse das Programm mit ihrer Klassenlehrerin ausarbeitete. Die Proben begannen nicht erst kurz zuvor, sondern liefen über einen längeren Zeitraum. „Wir sind seit zwei bis drei Wochen am Singen, Wiederholen und Tanzen“, erklärte Agakus.
Der Zugang zur Schule verwandelte sich in eine offene, amphitheaterähnliche Situation, in der das Motiv des Lichts nicht nur in Worten, sondern auch in der Wirkung des Nachmittags aufging. Inhaltlich griffen die Kinder klassische Adventsmotive auf, darunter Wünsche nach einer weißen Weihnacht und die Vorfreude auf Geschenke: von der Aufregung, die ein öffentlicher Auftritt mit sich bringt, keine Spur. Zwei Gedichte trugen die Kinder auswendig vor, darunter die vom „Knecht Ruprecht“ sowie das Gedicht „Geschenke verstecken“. Hinzu kam eine Klanggeschichte mit Instrumenten und Vorleseanteilen, „Der Schneewunsch“, sowie ein Tanz zu „Little Light of Mine“. Mit einem starken Akzent, dank Rolf Zuckowskis Schlager „In der Weihnachtsbäckerei“, endete das Programm.
Den pädagogischen Wert des Auftritts bestätigte Agakus als einen wichtigen Teil des Konzepts. Die Lehrerin verwies darauf, dass manche Kinder beim Sprechen unsicher seien und die Zeilen nun dennoch vor großem Publikum vortragen. „Die Bühne ist für Kinder die beste Übung“, sagte sie. Der Auftritt war damit nicht nur ein festlicher Beitrag, sondern auch ein bewusst gesetzter Schritt, um Selbstvertrauen zu stärken und die Kinder im geschützten Rahmen an Öffentlichkeit heranzuführen.
Nach dem Programm, das kurz und intensiv wie ein Speed-Date-Stadtteilfest wirkte, öffnete sich der gesellige Teil. „Die Eltern haben das spendiert“, sagte Agakus über Punsch und Plätzchen. Außerdem wurden Kleinigkeiten angeboten, die Kinder selbst gebastelt hatten. Durch das geöffnete Adventsfenster an der Lemmchenschule fiel somit ein Licht auf die Wucht der kleinen Gesten. Es ließ sich aber auch ein Blick auf die Arbeit der Schule und den Rückhalt der Familien erhaschen. Wohl dem Stadtteil, der eine solche Schule hat.























